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Meerbusch: "Der Glaube ist ein Sicherheitsgefühl"

Meerbusch : "Der Glaube ist ein Sicherheitsgefühl"

Sich zum Glauben bekennen - das bedeutet Firmung. Wie sie den Glauben wahrnehmen und was er für sie persönlich bedeutet, haben uns fünf Firmlinge der Gemeinde St. Mauritius erzählt.

31 Jugendliche aus der Gemeinde St. Mauritius und Heilig Geist sind gestern von Weihbischof Dominikus Schwaderlapp in der Büdericher Mauritiuskirche gefirmt worden. Ein halbes Jahr lang haben sie sich auf diesen besonderen Tag vorbereitet. Sie haben sich über den Glauben informiert, gemeinsam Gottesdienste gefeiert und ein gemeinsames Wochenende an der Steinbachtalsperre verbracht. Doch was bedeutet das alles für die jungen Menschen heute? Welche Rolle spielt für sie die Kirche? Wir haben nachgefragt.

Alina Brüggen Foto: Yvonne Kruse

"Der Glaube bedeutet für mich, Unterstützung von Gott im Alltag zu bekommen", sagt Alina Brüggen. "Jemanden zu haben, der in schwierigen Situation für einen da ist und mit dem man reden kann, wenn man mal Fehler macht, ist befreiend." Sie habe sich zur Firmung entschieden, um näher an Gott zu sein und mit ihm im Reinen zu stehen, erklärt sie weiter. Auf die Frage, ob sie meine, man könne heutzutage den Glauben als Richtlinie für das eigene Leben nehmen, sagt sie, "Größtenteils schon. Einige Dinge kann man heute aber nicht mehr so machen, wie Jesus damals."

Johann Altenberg Foto: Yvonne Kruse

Eine Ansicht, der die anderen Firmlinge zustimmen. Es sei sehr schwierig, meint Johann Altenberg, die Zeiten hätten sich geändert und man müsse die kirchlichen Regeln in einem neuen Licht sehen. Trotzdem ist er sich sicher, dass es möglich ist. Auch für ihn ist es wichtig, jemanden hinter sich stehen zu haben, gerade wenn es einem einmal nicht so gut geht. "Glaube bedeutet, einen Bezug zu Gott zu haben. Durch die Firmung tritt man näher an ihn heran und stärkt die Bindung zu Gott."

Yannick Grotenburg Foto: Yvonne Kruse

Selbst zu zeigen, dass man zu den christlichen Werten steht, ist für Yannick Grotenburg ein wichtiges Element der Firmung. "Der Glaube ist etwas Traditionelles, an dem man festhalten kann", sagt er. "Er gibt Moralvorstellungen." Es sei beruhigend zu wissen, dass es jemanden gebe, der einem vieles verzeihen kann. Auch wenn Yannick sagt, dass man vieles heute relativiert sehen muss und dass er selbst nicht alles gut heißt, so sei es doch durchaus möglich und wichtig, den Glauben als Wegweiser zu nehmen.

Emily Dornbusch Foto: Yvonne Kruse

Wie auch die anderen Firmlinge bestätigt Emily Dornbusch, dass es für sie besonders wesentlich ist, in Gott einen Unterstützer an ihrer Seite zu wissen. "Nicht wie die Mutter, die die Hand hält, sondern jemand, der im Geiste da ist, wie ein Sicherheitsgefühl." Mit der Entscheidung zur Firmung möchte sie ihren Glauben bestärken. "Wichtig ist, dass wir uns selbstständig dazu entschließen, etwas für den Glauben zu tun." Das bedeutet, Nächstenliebe zu zeigen. Die Art und Weise, wie und ob man heutzutage nach dem Glauben leben könne, variiere. "Es ist auf jeden Fall möglich, aber jeder macht es auf seine eigene Weise. Da gibt es keine Einschränkung."

Sophie Martin stimmt ihr zu. "Jeder findet für sich den richtigen Weg, den Glauben zu leben." Für sie bieten Gott und der Glaube einen Ort des Zurückziehens, etwas, das Halt gibt. "Es bedeutet, dass man jemanden hat, der bei schwierigen Fragen Unterstützung bietet und hilft, die richtige Entscheidung zu treffen." Durch die Firmung werde die Verbindung zu Gott gestärkt.

Die leitende Hand, die stille Unterstützung und der Ort, an den man sich zurückziehen kann, all das sind Elemente, die die Jugendlichen am Glauben schätzen. Selbstständig den Glauben und seine Werte zu bejahen, ist für die Firmlinge die zentrale Aussage des Empfangs des Sakramentes.

(RP)