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Meerbusch: Der Einschreiben-Streit

Meerbusch : Der Einschreiben-Streit

In der Pfarrei Hildegundis von Meer wird nach einem bei RP Online veröffentlichten Offenen Brief jetzt mithilfe von Einschreiben miteinander kommuniziert. Die Fronten sind verhärtet.

In der mit rund 15 000 Katholiken größten Meerbuscher Pfarrei Hildegundis von Meer hängt der Haussegen schon seit längerem schief. Jetzt hat die Auseinandersetzung eine neue Qualität erreicht: Kommunikation findet per Einschreiben statt.

Per Einschreiben forderte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Thomas Stelzer-Rothe (54) die Unterzeichnerin eines Offenen Briefs auf, ihre Vorwürfe öffentlich zurückzunehmen oder sie zu präzisieren. Angela Janssen (64) hatte gemeinsam mit vier Mitunterzeichnern Stelzer-Rothe vorgehalten, er habe im Pfarrgemeinderat Anträge nicht zur Diskussion gestellt, nicht darüber abstimmen lassen oder sie eigenständig geändert.

"Ich habe ein Einschreiben geschickt, um die Ernsthaftigkeit meines Briefes zum Ausdruck kommen zu lassen", erklärte Stelzer-Rothe auf RP-Anfrage. "Frau Janssen hat nicht wirklich verstanden, was sie da gemacht hat. Das grenzt an üble Nachrede."

"Habe nichts zurückzunehmen"

"Ich habe nichts zurückzunehmen", sagt Angela Janssen. Ein entsprechendes Einschreiben wird der Pfarrgemeinderatsvorsitzende heute in seinem Briefkasten vorfinden. Janssen konkretisierte ihre Vorwürfe (siehe Info-Kasten rechts). Stelzer-Rothe dementiert ihre Darstellung.

"Dass beispielsweise der Antrag, wochenends zwei Eucharistiefeiern in St. Nikolaus zu feiern, nicht im Pfarrgemeinderat behandelt wurde, liegt schlicht daran, dass der Antrag an den zuständigen Sachausschuss Liturgie gerichtet war. Dieser Ausschuss hat den Vorschlag gemacht, vier Messen am Wochenende in der Hildegundis-Pfarrei zu feiern." Grundsätzlich lege er bei der Moderation der Sitzungen Wert darauf, die Meinung der Teilnehmer zu hören. "Ich bin der Letzte, der nicht reagiert, wenn sich jemand meldet."

Janssen sagt: "Mir geht es überhaupt nicht darum, jemanden wegzuhaben. Mir geht es darum, dass wir mit unseren Anliegen Gehör finden und nicht abgebügelt werden." Welche Möglichkeit sieht der Pfarrgemeinderatsvorsitzende, die Situation in der Pfarrei zu entschärfen? Stelzer-Rothe: "Wir müssen mehr erklären und in einer Runde mit allen Beteiligten, den Kritikern, dem Pfarrer, dem Pastoralteam, klären: Was ist zumutbar — sowohl den Gläubigen in den Gemeinden als auch dem Pfarrer."

(RP/rl)