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Meerbusch: Der Bürgersaal ist Geschichte

Meerbusch : Der Bürgersaal ist Geschichte

Eine Unternehmerin aus Düsseldorf hat am Freitag beim zweiten Zwangsversteigerungstermin des Büdericher Bürgersaals für 370 000 Euro den Zuschlag erhalten. Die Gastronomie, die Kegelbahnen und der größte Saal des Stadtteils, in dem zahlreiche Büdericher Vereine über viele Jahre ihre Feste feierten, sollen nach ihrer Vorstellung künftig Büroräumen weichen. "Wir wollen dort mit unserer Firma für Hausverwaltung und Projektentwicklung einziehen", erklärte Birgit Thunissen. Zurzeit befindet sich das Unternehmen im Düsseldorfer Stadtteil Heerdt. Zehn Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

Nach der Insolvenz des Betreibers vor gut zwei Jahren stand das im Jahr 1976 erbaute Gebäude unter Zwangsverwaltung. Zu dem Komplex gehören neben dem Bürgersaal auch ein zweigeschossiges Wohnhaus mit sechs Wohnungen sowie neun Tiefgaragenplätze auf gut 1200 Quadratmetern Nutzfläche. Das Haus steht auf einem Erbbaugrundstück.

Erfreut dürfte auch die Stadt sein: Sie erhält aus dem Gebot noch ausstehende Gewerbesteuerzahlungen. Beim ersten Zwangsversteigerungstermin vor vier Monaten hatte nur ein Bieter ein Gebot abgegeben — und den Verkehrswert von 480 000 Euro nicht erreicht. Rechtspfleger Ralf Kuska verweigerte deshalb den Zuschlag. Beim zweiten Versteigerungstermin Freitagvormittag fielen die Wertgrenzen weg. Knapp 20 Interessierte fanden sich im Saal des Neusser Amtsgerichts ein. Vier von ihnen gaben mehrere Gebote ab. Das erste Gebot lag bei 200 000 Euro. Im Minutentakt schaukelte sich der Preis hoch, bis Thunissen bei 370 000 Euro den Zuschlag erhielt. "Mein Mann hat mich erst gestern Abend um 22 Uhr auf diese Investmentmöglichkeit hingewiesen."

Noch steht allerdings die Zustimmung der Carlsberg-Brauerei aus. Denn der Erbbauvertrag garantiert ihr eine gastronomische Nutzung bis 2020, inklusive Verpflichtung zur Bierabnahme. Thunissen zeigte sich zuversichtlich, mit dem Konzern eine Einigung zu erzielen. Im Verkehrswertgutachten zu der Immobilie hatte Gutachter Meinolf Steinmann erklärt, der Betrieb des Saals sei unrentabel.

(mrö)