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Meerbusch: Der Bauhof ist Geschichte

Meerbusch : Der Bauhof ist Geschichte

An der Moerser Straße tut sich eine Baulücke voller Trümmer auf. An Stelle des einstigen Meerbuscher Bauhofs sollen Wohnhäuser entstehen. Der Stadt winken Einnahmen von circa fünf Millionen Euro.

Abriss abgeschlossen: Vom einstigen Meerbuscher Bauhof an der Moerser Straße sind ist noch ein Trümmerfeld übrig. Die Mauerreste werden zur Weiterverwendung nach Düsseldorf transportiert. Damit geht ein Stück Stadtgeschichte zu Ende — und das Kapitel Neubau kündigt sich an.

Die Stadt plant dort, im Büdericher Norden, auf mehr als 13 000 Quadratmetern ein Wohngebiet in guter Lage. Das Projekt genießt politisch hohe Priorität. Nach der Faustformel Grundstücksgröße minus 20 Prozent für öffentliche Stellplätze, Grünanlagen, Wege und Straßen mal Bodenrichtwert dürfte sich die städtische Einnahme durch den Verkauf der Fläche in einer Größenordnung von rund fünf Millionen Euro bewegen. Im Hinblick auf den defizitären Etat der Stadt wäre das ein Plus, das die Politik lieber heute als morgen verbucht haben möchte. Erste Entwürfe sehen vor, dass mehrgeschossige Bauten entlang der Moerser Straße eine Art Riegel bilden, der die Bewohner im rückwärtigen Bereich vor dem Verkehrslärm abschirmen soll. In guter Wohnlage sollen großzügig bemessene Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen. Geplant sind etwa 30 Wohneinheiten.

Unsichere Arbeitsbedingungen

Nötig geworden war der Abriss, weil sich die Gebäude des Bauhofs in desolatem Zustand befanden. Undichte Dächer, Decken, die nicht mehr tragfähig waren, eingestürzte Mauern und Feuchtigkeitsschäden gehörten zum Alltag. Hinzu kamen erhebliche Mängel bei der Arbeitssicherheit: Lager waren nicht von Arbeitsplätzen getrennt, Gasflaschen standen frei herum. Untergebracht waren dort Mitarbeiter des städtischen Elektro- und Kanalbetriebs, die Kfz- und Bauschlosserei und Schilderwerkstatt sowie Maurer, Maler und Installateure. Sie finden nun im großzügigen, neuen Bauhof im Strümper Gewerbegebiet Bundenrott deutlich bessere Arbeitsbedingungen vor.

Der alte Bauhof sah zwar wie ein 50er-Jahre-Bau aus, doch ein Großteil der Bausubstanz war Jahrhunderte alt. Es handelt sich um den ehemaligen Pützhof — eines der Gehöfte, die früher die Ortschaft Brühl bildeten. Zwischen Brühl und Alt-Büderich lagen Felder. An diese Zeit erinnerte ein steinerner Türrahmen des Bauhofs, auf dem die Jahreszahl 1736 und die Initialen des Erbauers zu lesen waren. Die Türbalken wurden vor dem Abriss abmontiert und eingelagert. Sollte es einmal ein Meerbuscher Heimatmuseum geben, könnte die Tür eines der Ausstellungsstücke werden.

(RP)