Meerbusch : Denkfabrik WBM

Die Experten der Wirtschaftsbetriebe Meerbusch sollen knifflige Probleme der Energieversorgung im Neubaugebiet Ostara in Osterath und beim Städtischen Hallenbad in Büderich lösen.

Viele Augen starren gebannt auf die Wirtschaftsbetriebe Meerbusch (WBM). Die Experten des mehrheitlich städtischen Energieversorgers sollen mit einem Energiekonzept gleichsam den gordischen Knoten für die Entwicklung des früheren Ostara-Geländes in Osterath durchschlagen.

Nach mehr als zehn Jahren der Vorbereitung will der Oberhausener Investor Carat auf der rund 140 000 Quadratmeter großen Fläche endlich mit dem Bau von 200 Wohnungen und eines großen Frischemarkts starten. Zuletzt war die Unterzeichnung eines so genannten städtebaulichen Vertrags daran gescheitert, dass die vor allem von den Grünen favorisierte Versorgung der Neubürger mit regenerativer Energie nicht gesichert schien. Die Errichtung eines Öko-Kraftwerks (täglich 20 Tonnen Holzpellets verbrennen) hatte sich als nicht wirtschaftlich herausgestellt.

Wann Politik, Verwaltung und Carat in der Sache wieder voran kommen, hängt im Wesentlichen von den Fortschritten der Wirtschaftsbetriebe Meerbusch ab. Deren Geschäftsführer Albert Lopez schrieb in seinem den Ratsmitgliedern vorgelegten, vertraulichen Prognosebericht für das laufende Jahr, die WBM entwickelten aktuell "in Abstimmung mit der Erschließungsgesellschaft Carat ein Konzept zur Energieversorgung des Plangebiets Ostara in Meerbusch-Osterath, wobei die Wärmeversorgung ausschließlich regenerativ erfolgen soll. Nach derzeitigem Planungsstand ist ein Blockheizwerk in Kombination mit Erdwärmenutzung vorgesehen".

Die Stadtplaner arbeiten derweil an der Bauleitplanung und bereiten während der Sommerferien die Offenlegung des Vorhabens für die Bürgerschaft vor. Am 20. September tagt der Meerbuscher Fachausschuss. "Wir beabsichtigen das Thema Ostara mit oder ohne Energiekonzept auf die Tagesordnung zu setzen", sagt Ulrich Hüchtebrock von der Stadtverwaltung. Ob die Politik das Thema nur als Einheit oder auch voneinander getrennt beraten möchte, bleibe abzuwarten, sagt der Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen.

Nicht weniger knifflig ist die Aufgabe der WBM, Ideen zu liefern, um das städtische Hallenbad an der Friedenstraße in Büderich wirtschaftlicher betreiben zu können. Für das laufende Jahr weist der Meerbuscher Kommunalhaushalt ein Defizit in Höhe von 800 000 Euro aus.

Neben Personalkosten und einer fiktiven Miete an den Servicebereich Immobilien stellen die Betriebskosten eine große finanzielle Belastung für den Meerbuscher Etat dar. Lopez erklärt in seinem Prognosebericht dazu, es "erfolgen erste Gespräche mit der Stadtverwaltung über Möglichkeiten einer energetischen Effizienzsteigerung im Hallenbad Meerbusch-Büderich".

Lopez und seine Fachleute sollen antreten, um die mit 180 000 Euro bezifferten Nebenkosten mit modernen Konzepten dauerhaft zu senken und auch umweltpolitisch einen positiven Beitrag zu leisten.

(RP)