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Das Stadtarchiv Meerbusch kann nun doch in der Stadt bleiben.

Neue Pläne : Stadtarchiv soll nach Osterath

Seit Monaten wird der geplante Umzug des Stadtarchivs diskutiert. Die Räume in der Schule werden anderweitig benötigt, es wurde von einer Auslagerung in den Kreis gesprochen. Jetzt gibt es offenbar eine Lösung.

Dass das Stadtarchiv aus den früheren Klassenräumen der Adam-Riese-Schule in Büderich aus Platzgründen bald ausziehen muss, war in der Politik und bei Meerbuscher Geschichtsexperten und Heimatfreunden gar nicht so sehr umstritten und ein großes Diskussions-Thema. Viel eher der Vorschlag von Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage, den umfassenden Archivbestand der Meerbuscher Geschichte ins Archiv des Rhein-Kreises Neuss in Zons auszulagern– und das genau in dem Jahr, in dem Meerbusch auf eine 50-jährige Stadtgeschichte zurückblickt. Dagegen regte sich lautstarker Protest, und auch die Politik war mehrheitlich dafür, das Archiv in Meerbusch zu belassen. So war es auch Mitte Juni im Hauptausschuss beschlossen worden. Jetzt scheint es eine Lösung zu geben: Der Archivbestand soll eine neue Heimat im Erwin-Heerich-Haus in Osterath-Bovert finden. Das teilte Angelika Mielke-Westerlage auf Anfrage unserer Redaktion am Mittwoch mit. Diese Variante war übrigens eine von mehreren Vorschlägen, die Klaus Rettig (FDP) im Hauptausschuss gemacht hatte.

Mielke-Westerlage will nun in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag, 24. September, (17 Uhr, Sitzungssaal Erwin-Heerich-Haus, Neusser Feldweg) den Politikern als Alternativstandort Räume in und an diesem Erwin-Heerich-Haus vorschlagen. Zusätzlich soll auf dem Platz vor dem Verwaltungsgebäude ein maximal 6x30 Meter großes, zweigeschossiges und unterkellertes Gebäude entstehen, um den Gesamtbestand des Archivs mit rund 1900 laufenden Meter Akten unterzubringen. Archive brauchen ganz besondere klimatische Bedingungen. „Man kann nicht einfach Räume anmieten, die den Anforderungen nicht entsprechen“, so die Bürgermeisterin. Zurzeit belegt das Archiv, das nach einer Vertragsverlängerung auch für ein weiteres Jahr noch von Michael Regenbrecht geleitet wird, rund 600 Quadratmeter in der Adam-Riese-Schule. Die Kosten für das neue Archiv gibt die Bürgermeisterin in einer ersten Schätzung mit 900.000 Euro an, darin enthalten sei auch eine Lüftungsanlage. Hinzu kämen 60.000 Euro für eine Kompaktus-Anlage. Dabei handelt es sich um ein Regalsystem, bei dem sich die Regalaufbauten auf fahrbaren Unterbauten befinden, die über Rollen oder Räder in Schienen geführt sind. Es werden zudem 15.000Euro jährliche Betriebskosten veranschlagt. Im Erwin-Heerich-Haus werden wieder Räume frei, wenn das alte Rathaus in Büderich saniert ist. Dann ziehen die Bürgermeisterin und ihr Stab von Bovert nach Büderich. Das soll im Sommer 2020 soweit sein und passt dann auch zu den nötigen Umbauten in der Adam-Riese-Grundschule. Die sollen im Sommer oder Herbst 2020 laufen, so dass aus den jetzigen Archiv- dann wieder Klassenräume werden können.

Die Idee, das Meerbuscher Archiv an den Kreis auszulagern, ist damit erst einmal vom Tisch. Obwohl: Eine Zusammenarbeit mit dem Rhein-Kreis Neuss solle trotzdem geplant werden, so Mielke-Westerlage. Die Einbindung in einen größeren Archivverbund habe personelle Vorteile, außerdem könne man gemeinsam Archivtechnik wie Scanner, Lesegeräte oder eine Werkstatt nutzen. Archivnutzer könnten durch eine Kooperation mit dem Kreisarchiv zudem besser recherchieren, weil sie einen größeren Datenbestand generieren könnten.

Auch der Heimatkreis Lank hatte sich dafür stark gemacht, dass der Archivbestand von Meerbusch innerhalb der Stadt bleibt. Vorsitzender Franz Jürgens zu der neuen Sachlage: „Zunächst begrüße ich es grundsätzlich sehr, dass die Bürgermeisterin nunmehr das Archivgut, wie auch vom Heimatkreis gefordert, im Meerbuscher Stadtgebiet unterbringen will. Ohne denkbare Alternativen und Kosten schon zu kennen, halte ich die Vorgehensweise und den Standort Erwin-Heerich-Haus im Stadtteil Osterath für eine sehr gute Wahl.“