Karneval in Meerbusch: Das Rathaus wird zur Gerüchteküche

Karneval in Meerbusch: Das Rathaus wird zur Gerüchteküche

Seitdem das Rheinische Grundgesetz zu Papier gebracht wurde, lautet Artikel 1: "Et es wie et es" – was so viel heißt: "Sieh den Tatsachen ins Auge." Genau das traf auch am Donnerstag auf die Meerbuscher Stadtverwaltung zu. Die Narren wollten ins Rathaus und irgendwie schaffen sie es ja jedes Jahr.

Seitdem das Rheinische Grundgesetz zu Papier gebracht wurde, lautet Artikel 1: "Et es wie et es" — was so viel heißt: "Sieh den Tatsachen ins Auge." Genau das traf auch am Donnerstag auf die Meerbuscher Stadtverwaltung zu. Die Narren wollten ins Rathaus und irgendwie schaffen sie es ja jedes Jahr.

Doch um das so lange wie möglich zu verhindern, hatten sich die hohen Herren und Damen der Stadtverwaltung doch glatt auf dem Balkon an der Dorfstraße 20 verschanzt und wollten die Narren nicht so schnell rein lassen. Verkleidet waren die Stadt-Spitzen als Köche und Köchinnen — als Motto hatte Stadt-Sprecher Michael Gorgs in diesem Jahr die "Gerüchteküche" auserkoren.

Doch statt freien Eintritt ins Rathaus gab es erst Mal rotzfreche Sprüche von Bürgermeister Dieter Spindler. "Das kann ja noch Jahre dauern, bis ihr hier reinkommt", sagte Spindler, natürlich als Meisterkoch verkleidet. Und dann sagte er noch einen Satz, der eigentlich in das Rheinische Grundgesetz aufgenommen werden müsste: "Das dauert nicht lange, aber es zieht sich unheimlich in die Länge."

Sogar handgreiflich wurden die Rathaus-Mitarbeiter: Um die Narren in Schach zu halten, schmissen sie Wasserbomben vom Rathausbalkon. Zwar keine ganz großen, aber durchaus geeignete.

  • Protokoll zum Karneval in Düsseldorf und der Region : Altweiber - Jecken erobern Rathäuser

Dezernentin und Bürgermeisterkandidatin Angelika Mielke-Westerlage hatte es mit den Wasserbomben sogar gezielt auf Journalisten abgesehen — wohl in der Hoffnung angesichts nasser Schreibblöcke würde nicht berichtet... ? Oder wollte sie vielleicht ihre Gegenkandidatin Sonja Bertini treffen, die auf der Straße als roter Teufel unterwegs war? Verkleidet natürlich! Verkleidet waren auch die vielen Gäste, die sich den Sturm aufs Rathaus nicht entgehen lassen wollten.

Ob als grüner Frosch oder Nonne — die meisten konnte man trotzdem erkennen. Nur bei Werner Damblon (CDU) musste man schon ganz genau hinschauen, der Ex-Bürgermeisterkandidat kam als Charlie Chaplin, die Kostümierung war wirklich gelungen. Endlich gelingen sollte auch der Rathaussturm. Die Nierster Narren hatten sich etwas besonders gemeines ausgedacht. Kurzerhand stellten sie Bürgermeister Dieter Spindler zwei große Pakete zu, die er angeblich schon lange vorbestellt hatte.

Die Paketboten trugen schwer an der Last und vor allem sehr vorsichtig. Mit ein wenig Gewalt überwanden sie die zugemauerte Tür und in den Paketen quasi als trojanisches Pferd: Das Nierster Kinderprinzenpaar Pascal I. Otten und seine Prinzessin Liv I. Peek. Die beiden Zehnjährigen nahmen Spindler den Schlüssel schnell aus der Hand und endlich war der Weg für die Narren frei. Blitzschnell füllte sich das Zelt im Rathausgarten, die Narren schunkelten sich in Stimmung, die ersten Runden wurden schnell weg getrunken. Große Überraschung im Festzelt: Auf einmal stand das Düsseldorfer Prinzenpaar Michael I. mit seiner Venetia Pia mitten unter den Meerbuschern. "Ich hab mich schon den ganzen Morgen auf Euch gefreut", sagte Pia und Prinz Michael grüßte natürlich ganz besonders seine Heinzelmännchen mit einem dreifachen Helau. Ach ja..noch mal zum Thema Gerüchteküche: "Heute wird gar nichts dementiert", sagte Spindler. Ein echter Elfmeter ohne Torwart im Tor für alle, die schon immer irgendwas behaupten wollten. Aber davon lassen wir uns an dieser Stelle natürlich nicht ermuntern, oder stimmt es, dass ....(Gerücht einsetzen)......... ! Ja? Nein! Vielleicht?

Hier geht es zur Bilderstrecke: Altweiber in Meerbusch

(RP)
Mehr von RP ONLINE