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Das Herz der Meerbuscher Kirchengemeinde

Die erste Ansprechpartnerin in der Kirchengemeinde : Das Herz der Kirchengemeinde

In der Serie porträtieren wir Menschen, ohne die die Ortsteile ärmer wären. Heute: Doris Hafertepe.

Im Büro der katholischen Gemeinde St. Mauritius Heilig Geist in der Dorfstraße 1 ist immer etwas los. Jugendfahrten müssen organisiert werden, Taufen und Eheschließungen wollen angemeldet sein. Eine, die immer alles im Blick hat, ist Doris Hafertepe. Sie sitzt an ihrem großen Schreibtisch, durch die Fenster hinter ihr ist die Kirche St. Mauritius zu sehen. Doris Hafertepe ist die Pfarramtssekretärin der Gemeinde – ein ungewöhnlicher Beruf. „Wenn ich sage, dass ich Pfarramtssekretärin bin, dann werde ich oft gefragt: ‚Schreibst du für den Pastor die Predigten?‘“, erzählt Hafertepe lachend. Sie verneine dann. Die Predigten schreibe der Pastor schon selber.

Und doch ist ihr Beruf durchaus vielseitig, auch wenn Predigten schreiben eben nicht zu ihren Aufgaben gehört. Sie ist das Herz der katholischen Gemeinde St. Mauritius und Heilig Geist. „Alles, was passiert, geht über mein Telefon und über meinen Schreibtisch“, sagt Hafertepe. Sie checkt E-Mails, nimmt Anrufe entgegen. Auch Trauungen, Taufen und Beerdigungen koordiniert Doris Hafertepe. „Die trage ich sogar noch handschriftlich in Bücher ein.“ Heute werden die Einträge zwar auch zusätzlich digital erfasst, „aber dass analog alles vermerkt wird, das gibt es sonst nur noch beim Notar“, meint sie. Sie holt ein großes schwarzes Buch aus dem Regal und klappt es auf. Die Einträge sind mehr als hundert Jahre alt. „Unsere Taufbücher gehen bis 1875 zurück.“

Sie selbst lebt seit 18 Jahren in Meerbusch. Berufsbedingt verschlug es die gelernte Justizfachangestellte einst aus ihrer Heimat Hagen am Teutoburger Wald in den Rhein Kreis.

Neben den Taufbüchern kümmert sich die 51-Jährige um die Vermietung der Pfarrsäle, organisiert Veranstaltungen, schreibt Pressemitteilungen sowie den wöchentlichen Pfarrbrief. Auch wenn jemand persönlich ins Pfarramt kommt, ist sie erste Ansprechpartnerin Doris Hafertepe. „An mir müssen alle vorbei“, sagt sie. Wie auch Handwerker, die Reparaturen erledigen und auch Obdachlose, die im Pfarrbüro Essensgutscheine abholen können. Im Februar arbeitet sie seit sieben Jahren in der Dorfstraße 1. „Man lernt das Leben wirklich kennen“, erzählt die Pfarramtssekretärin. „Frau Hafertepe ist das Ohr für die Gemeinde. Sie denkt an alles, ist wirklich sehr umsichtig und ist mit Herz und Seele dabei“, lobt Friederike Kolkmann von der  Verwaltungsleitung,ihre Kollegin. „Das hier im Pfarrbüro ist wirklich gelebtes Leben“, findet auch sie.

Denn Doris Hafertepe braucht in ihrer Arbeit als Pfarramtssekretärin nicht nur Organisationstalent, sondern auch Menschenkenntnis. „Da gibt es schon manchmal sensible Situationen oder ungewöhnliche Anfragen, in denen jede Menge Fingerspitzengefühl gefragt ist“, sagt sie. Das Schönste an ihrem Beruf ist für sie: „Ich bin gerne mit anderen Menschen zusammen, ich freue mich immer, wenn jemand kommt.“