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Das Blumenmädchen eröffnet in Meerbusch

Neueröffnung : Aus Blumen Meyer wird das Blumenmädchen

Seit mehr als 70 Jahren gibt es den Blumenladen, Daniela Gehlken hat ihn jetzt übernommen.

Von drei Gemälden schauen junge Männer in den Verkaufsraum, in ihre Vollbärte sind bunte Blumen geflochten. Die Einrichtung des lang gestreckten Raumes besteht aus weißen, filigranen Möbeln, grob bearbeitet aus Holz und Europaletten sowie aus Stühlen und Tischen, wie sie vor 60 Jahren in jedem deutschen Wohnzimmer standen. Die vielfältige Inneneinrichtung präsentiert zahllose Blumen, Sträuße und Topfpflanzen, die ihren Geruch in dem von zwei Seiten mit Glas verkleideten Raum des neuen Geschäfts „Das Blumenmädchen“ am Hohegrabenweg 95 werfen.

„Ich stehe einfach auf diese Mischung aus modern und Oma – vintage nennt man das heute wohl“, sagt Inhaberin Daniela Gehlken. 22 Jahre hat sie in dem Geschäft unter der Leitung von Christine Meyer gearbeitet, nun hat die 66-Jährige ihr Geschäft an ihre langjährige Mitarbeiterin übergeben und sich zur Ruhe gesetzt – hilft jedoch noch im Laden aus. „Meine Mutter Maria Richter hat das Geschäft 1947 gegründet, ich habe hier gearbeitet, seit ich ein kleines Mädchen war“, erzählt Meyer, die viele ihrer Kunden mit Namen kennt. „Der Laden hat klein Angefangen und ist schnell gewachsen, aber viele unserer Stammkunden aus der Nachbarschaft sind uns seit Jahren treu geblieben“, sagt Meyer. Sie ist froh, nun die Verantwortung abgegeben zu haben. Was sich seit der Übergabe und der Neueröffnung am vergangenen Mittwoch verändert habe? Gehlken und Meyer sehen sich im Geschäft um. „Eigentlich alles“, sagt die neue Inhaberin. „Nur die Blumen nicht“, ergänzt die frühere Inhaberin.

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Neben den Pflanzen verkauft sie auch Deko-Artikel, hier dominieren die Farben Grün und Rosa. Die Bilder der blumen-bärtigen Männer, so Gehlken, male eine befreundete Meerbuscher Künstlerin. Außerdem gibt es jede Menge kleine Schmuckstücke. „Zum Beispiel das hier“, sagt Gehlken und zeigt ein fast schon antikes Tee-Service. „Darin kann man auch wunderbar kleine Pflanzen einpflanze.“

Die Kreativität im Umgang mit den Pflanzen sei es, die die 41-Jährige bei einem Schülerpraktikum für die Floristik begeistert habe. Jeder Strauß sei anders – und auch jeder Kunde.

„Wenn wir Blumen für eine Hochzeit oder Beerdigung vorbereiten, kommen wir mit sehr emotionalen Menschen in Kontakt, da ist Fingerspitzengefühl gefragt“, sagt die Floristin. Dies gelte auch für die Blumen. Wenn ein Mensch unerwartet verstirbt, müsste der Blumenschmuck etwas anderes ausdrücken als bei einem erlösenden Tod nach langer Krankheit.

Die Konkurrenz durch das Internet fürchtet die Büdericher Floristin nicht. „Wir haben unsere Stammkundschaft, setzen auf Beratung und frische Ware aus der Region“, sagt sie. Gestern auf dem Feld, heute im Laden sei die Devise. Dennoch müsse die Branche insgesamt kämpfen, es gebe weniger Nachwuchs. Davon lässt sich Gehlken jedoch nicht unterkriegen. „Das ist mein Traumberuf, und ich freue mich, mich in meinem eigenen Laden verwirklichen zu können“, sagt die Floristin – und berät dann sofort eine Kundin, wie sie bei der aktuellen Trockenheit ihre Balkonpflanzen versorgen kann.