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Corona-Krise in Meerbusch: So soll der Skatepark gerettet werden

Meerbuscher Jugendliche geben nicht auf : Wie der Skatepark gerettet werden soll

Eigentlich sollte im Sommer die Finanzierung stehen, damit im Herbst ein Skatepark in Strümp gebaut werden kann. Ob die Frist eingehalten werden kann, ist im Moment unsicher. Doch die Jugendlichen wollen nicht aufgeben.

Es scheint wie eine unendliche Geschichte. Fünf Jahre ist es her, dass eine Gruppe von Meerbuscher Kindern den Bau eines Skateparks in der Stadt forderte und dessen Umsetzung daraufhin selbst in die Hand nahm. Auf der Webseite der Projektgruppe findet sich noch ein Video aus dieser Zeit, in dem die Kinder ihre Pläne zum ersten Mal vorstellen. Inzwischen sind aus den Kindern Jugendliche geworden, doch der Skatepark ist noch immer nicht fertig, es hakt an der Finanzierung. Eigentlich sollten bis Sommer die letzten Gelder akquiriert werden, damit der Bau danach beginnen kann. Doch dann kam die Corona-Krise.

Durch das Kontaktverbot können die Planungstreffen der Gruppe derzeit nur per Videokonferenz stattfinden. „Es ist wichtig, dass wir in Kontakt bleiben“, erzählt der 17-jährige Dennis. Denn gerade jetzt gibt es viel zu tun. Bis zum Sommer waren viele Veranstaltungen geplant, um Spenden zu sammeln. Eine Kunstauktion, ein Golfturnier und eine Messe auf dem Areal Böhler. Für die Jugendlichen geht es jetzt darum, zu schauen, wie sich die Pläne trotz Abstandsgebot und ohne Menschenmassen dennoch durchführen lassen. „Aufgeben kommt nicht infrage, deshalb müssen wir quer denken“, erzählt Dennis. Zunächst wollen die Initiatoren 800 lokale Unternehmen anschreiben und sie um Unterstützung bitten. Von der Meerbuscher Volksbank gab es bereits eine Zusage, sich mit einem Betrag an der Finanzierung beteiligen zu wollen.

Der aktuelle Spendenstand beträgt 50.000 Euro, mit 80.000 Euro will sich die Stadt Meerbusch beteiligen, für die Umsetzung werden aber rund 400.000 Euro benötigt. Eigentlich sollte bis Juni die Finanzierung stehen und im Herbst sollten die Bauarbeiten beginnen. Ob die Projektgruppe diese Frist einhalten kann, ist aktuell jedoch unsicher.

Dass die Jugendlichen trotzdem nicht aufgeben, ist ihrem beachtlichen Durchhaltevermögen geschuldet. Aus ein paar Kindern mit einer Idee ist eine Gruppe junger engagierter Menschen gewachsen, die sich mit Planungen, Bauanträgen und anderen Details vertraut gemacht haben. Und dabei gab es allerhand Hürden zu überwinden. Die wohl größte war es, Stadt und Politik von dem Vorhaben zu überzeugen. „Oft mussten wir dreimal schreiben, bis es eine Antwort gab“, erzählt Quentin (15). Zuletzt gab es im vergangenen Herbst einen Rückschlag, als die Grünen das Projekt in Zweifel zogen und den städtischen Zuschuss lieber in eine Bike-Anlage investieren wollten. Doch auch davon ließen sich die Jugendlichen nicht aufhalten und überzeugten die Politiker schließlich, am Skatepark festzuhalten. In diesem April wurde schlussendlich der Bauantrag bei der Stadt eingereicht. Ein großer Erfolg für die Jugendlichen. „Meine Freundinnen sagen mir immer, dass sie mein Engagement bewundern“, erzählt die 16-jährige Nele.

Obwohl das Projekt überwiegend positive Resonanz bekommt, gibt es immer wieder auch Gegenwind. Zuletzt während der Corona-Krise, bei der es Stimmen gab, die sagten, es gebe derzeit Wichtigeres als eine Skate-Anlage zu planen. Doch das sehen die Jugendlichen anders. „Wenn wir jetzt aufhören, wird alles vergessen und wir können wieder von vorne anfangen“, sagt Jan (14). Außerdem gebe es ja auch eine Zeit nach der Corona-Pandemie.

Und – so ist es den Jugendlichen zumindest zu wünschen – wird es irgendwann auch eine Zeit nach dem Projekt geben, wenn die Skate-Anlage fertiggestellt ist. Doch es wird sicher nicht nur die Anlage bleiben, sondern auch die Erfahrung, wie es ist, sich politisch zu engagieren. Mit positiven aber auch negativen Eindrücken. „Ich bin froh, dass wir in einer Demokratie leben und unsere Meinung sagen dürfen“, sagt Dennis, „doch als Jugendliche werden wir oft nicht ernst genommen“. Das habe sich inzwischen gebessert, aber es habe viel Zeit gebraucht. Ob sich die Jugendlichen nach Fertigstellung des Skateparks weiter politisch engagieren werden? Da sind sie sich noch unsicher. Ein Plan für danach steht aber schon lange fest, wie Dennis erzählt: „Ich will endlich skaten.“