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Circus Traber in Meerbusch Osterath

Circus Traber gastiert in Meerbusch : Endlich wieder Circus

Nach mehr als zwei Jahren Zwangspause stehen die Artisten, Clowns und Tiere von Cicus Traber wieder in der Manege. Ihre ersten Vorstellungen geben sie in Osterath.

Wenn Ron Traber über das Gelände auf dem Osterather Dr.-Hans-Lampenscherf-Platz geht, lächelt er. Zu lange hat der 25-Jährige den Circus seiner Familie nicht mehr aufgebaut gesehen: Die Wagen, die Gatter für die Tiere und vor allem das große, rot-weiße Circuszelt, auf dessen Dach in Leuchtbuchstaben der Name Traber blinkt und verkündet: Der Circus ist wieder in der Stadt.

„Die Menschen haben wieder Lust auf Unterhaltung – und wir natürlich auch“, sagt Ron Traber. Der Familiencircus reist mit 20 Personen, vier Pferden, acht Ponys und sechs Hunden durch die Region. Die Spielstätten für diese Saison stehen weitgehend fest, nach Meerbusch geht es unter anderem nach Oberhausen, Duisburg und in den Dormagener Stadtteil Nievenheim. „Wenn wir unsere Route planen, dann schauen wir, dass wir möglichst kurze Strecken haben und nicht viel hin und her fahren müssen“, beschreibt Ron Traber das Management. Denn man wolle den Spritverbrauch des umfangreichen Fuhrparks möglichst gering halten.

Dass Circus Traber überhaupt wieder auf die Reise geht, ist für die Familie ein Grund zur Freude. Seit man im November 2019 ins Winterquartier bei Kaarst gegangen ist, fanden keine Vorführungen mehr statt, zwei Jahre lang saßen Mensch, Tier und Ausstattung fest. „Wir haben uns durch diese Zeit durchgeboxt, aber es war schwer“, sagt Ron Traber. Das Team nutzte die Pandemie-Zeit, um die Innenausstattung des Zeltes weitgehend neu zu bauen, in Eigenregie entstanden neue Sitzreihen, Absperrungen und Schmuckelemente. „Dafür hat man sonst über den Winter kaum Zeit, da ja die Fahrzeuge und Geräte für die Aufführung ausgebessert und die neue Show geübt werden muss“, so Traber.

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Dass der Circus wegen der Pandemie so lange im Lager bleiben musste, hat das Team auch beim Aufbau in Osterath gemerkt. „Wir haben anderthalb statt wie sonst einen Tag gebraucht, aber ich glaube, wir spielen uns schnell wieder ein – und in der Manege haben wir natürlich nichts verlernt“, sagt Ron Traber lächelnd.

 Neben Clowns und Artisten treten im Circus Traber auch Hunde, Pferde und Ponys auf.
Neben Clowns und Artisten treten im Circus Traber auch Hunde, Pferde und Ponys auf. Foto: RP/Dominik Schneider

Das Programm von Circus Traber besteht aus den klassischen Disziplinen: Clownerie, Artistik, Tierdressur. Etwa die Hälfte des Familien-Teams stehen aktiv in der Manege, aber alle 20 Personen sind am Geschehen rund um die Aufführung beteiligt. „Wir sind ein echter Familienbetrieb“, sagt Ron Traber, der, 25 Jahre alt, seit seinem achten Lebensjahr auftritt und vor allem Kunststücke am Ballancebrett Rola-Rola zeigt.

Früher gehörten auch Kamele zum Circus Traber, die Tiere sind inzwischen jedoch „in Rente“. Grundsätzlich steht das Traber-Team Wildtieren in der Manege aber nicht ablehnend gegenüber – wenn die Möglichkeiten des Circus eine angemessene Haltung zulassen. „Wir können uns als Familienbetrieb nicht mit den größten der Branche messen, wir haben einfach nicht die Möglichkeit, mit Löwen oder Elefanten zu reisen“, sagt Traber. Sein Blick hinter die Kulissen hat ihn jedoch zu der Überzeugung gebracht, dass es Zirkustieren gut geht – so wie seinen eigenen Pferden und Hunden.

 Den Innenraum des Zeltes haben die Circusmitglieder während der Zwangspause in Eigenarbeit umgebaut. Ab heute gibt es dort wieder Show.
Den Innenraum des Zeltes haben die Circusmitglieder während der Zwangspause in Eigenarbeit umgebaut. Ab heute gibt es dort wieder Show. Foto: RP/Cicus Traber

Der Familiencircus Traber ist ein eingespieltes Team, das seit Jahren zusammen lebt und arbeitet. Vom Aufbau der Zelte und Ställe über das Zubereiten von Zuckerwatte und Popcorn, den Kartenverkauf, die Werbung und die Tierpflege: Alles macht das Circus-Teams selbst und gemeinsam. Die zurückliegenden Jahre waren schwer für die 20 Menschen vom Circus Traber, und somit freuen sie sich umso mehr, in den kommenden Tagen in Osterath endlich wieder spielen zu können.

„Und die Menschen freuen sich auch – Kinder, die jetzt vier oder fünf sind, waren wahrscheinlich noch nie im Circus. Und ich glaube, auch die Eltern haben es vermisst, endlich mal wieder all ihre Probleme vergessen zu können und sich einfach von einer Show verzaubern zu lassen“, sagt Ron Traber. Diese Show zu bieten hat ihm und seiner Familie auf jeden Fall gefehlt – und heute Abend ist es endlich wieder so weit.