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Meerbusch: Chefarzt-Kündigung: Gericht schlägt Vergleich vor

Meerbusch : Chefarzt-Kündigung: Gericht schlägt Vergleich vor

Der Prozess um die fristlose Entlassung des angeblich korrupten Chefarztes einer Therapieklinik aus Meerbusch könnte am Arbeitsgericht Düsseldorf mit einem Vergleichsvorschlag zu Ende gehen.

Das Gericht schlug am Mittwoch vor, die fristlose Entlassung des Mediziners in eine ordentliche Kündigung zum 30. Juni 2011 umzuwandeln. Bis dahin soll der Arzt weiter sein Grundgehalt bekommen. Gleichzeitig soll er eine Abfindung von 118.000 Euro erhalten, falls er vom Vorwurf der Bestechlichkeit freigesprochen wird. Er muss sich seit Anfang des Jahres in einem spektakulären Korruptionsverfahren am Landgericht Stuttgart verantworten.

Der Mediziner hatte im Dezember 2010 die Kündigung erhalten, nachdem die Staatsanwaltschaft Stuttgart massive Vorwürfe gegen ihn erhoben hatte. Sie wirft dem Ex-Chefarzt vor, von einem Bauunternehmer aus Süddeutschland Bestechungsgelder in Höhe von 1,5 Millionen Euro erhalten zu haben. Im Gegenzug sollen er und der ehemalige Geschäftsführer der Klinik dem Bauunternehmer den Auftrag für den Neubau der Rehaklinik in Meerbusch verschafft haben. Der Angeklagte und seine Verteidiger halten die Vorwürfe für ungerechtfertigt und bestreiten, dass es eine Bestechung und eine damit verbundene "Unrechtsvereinbarung" gegeben hat.

Bis zum 20. April sollen sowohl die Klinik als Arbeitgeber des ehemaligen Chefarztes wie auch der Mediziner selbst erklären, ob sie mit dem Vergleichsvorschlag einverstanden sind. Beide Seiten erklärten dazu, der Vorschlag sei in jedem Fall eine Grundlage, um darüber intensiv nachzudenken. Sollte es dennoch zu keiner Einigung kommen, müsste das Arbeitsgericht Düsseldorf im Mai durch ein Urteil entscheiden, ob die Kündigung rechtens war oder nicht.

(DDP/efie)