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Meerbusch: Charmant und spielstark

Meerbusch : Charmant und spielstark

Die französische Frauen-Nationalmannschaft absolvierte gestern ihr Abschlusstraining im Stadion am Büdericher Eisenbrand. Die Zuschauerresonanz war einen Tag vor dem heutigen WM-Halbfinale allerdings nicht mehr so groß wie noch beim Besuch der deutschen Damen.

Büderich Lockere Sprüche, ein freundlich gehauchtes "Bonjour" beim Betreten des Stadions und das ein oder andere charmante Lächeln — einen Tag vor dem WM-Halbfinale gegen die USA ist bei der französischen Frauen-Nationalmannschaft von Anspannung kaum etwas zu merken.

Um so bemerkenswerter, da es sich beim gestrigen Training im Stadion am Büdericher Eisenbrand um die letzte Übungseinheit vor dem großen Auftritt in Mönchengladbach (heute, 18 Uhr) handelt.

Nach den Deutschen und den Brasilianerinnen ist die L'Equipe Tricolore bereits die dritte Auswahl, die Meerbuscher Fußball-Gastfreundlichkeit in Anspruch nimmt. Dass sich auch Trainerfuchs Bruno Bini für den Eisenbrand entschieden hatte, ist angesichts des saftig grünen und perfekt gestutzten Geläufs in der Heimstätte des FC Büderich durchaus nachvollziehbar. Für die Französinnen bleibt indes zu hoffen, dass der Aufgalopp in Büderich kein schlechtes Omen ist. Schließlich verabschiedeten sich sowohl Deutschland, als auch Brasilien inzwischen aus dem Turnier.

Auf einen Zuschauerandrang wie noch beim Training der deutschen Damen, müssen die Kickerinnen um Superstar Louisa Necib aber verzichten. Die Zahl von Journalisten aus aller Welt und interessierten Zuschauern hält sich auf und abseits der Tribüne etwa die Waage. Was aber auch daran liegt, dass das französische Fernsehen und die schreibende Zunft überaus zahlreich gekommen sind. Erst der einsetzende Regen kurz nach der Aufwärmphase vertreibt die letzten Fotografen unter das Tribünendach.

Dort haben es sich auch Hans-Jürgen Kalte und Peter Thiemann bequem gemacht. Die beiden Büdericher schauen alle Spiele der WM und haben auch nach dem Ausscheiden der Gastgeberinnen noch ihre Favoriten. "Ich drücke den USA die Daumen", sagt Thiemann. Eine Auffassung, die sein Sitznachbar keinesfalls teilt. "Nein, ich halte morgen zu Frankreich, die haben eindeutig die nettesten Mädels", schmunzelt Kalte. Andere sind von der Spielkunst der Französinnen angetan.

"Hast du den Schuss gesehen?", fragt der elfjährige Marcel seinen Kumpel Tobias angesichts einer fulminanten Direktabnahme aus 20 Metern. Die beiden Schüler sind von Marcels Mutter ins Stadion geschickt worden. "Wir sollten mal eine Pause an der Playstation machen", räumt Marcel kleinlaut ein. Statt virtuellem Fußball gibt es also Live-Sport. Und der gefällt. "Gar nicht so schlecht, die haben eine gute Technik", findet Tobias.

Auf dem Feld haben sich die Damen nach einer recht ungeordneten Aufwärmphase gelbe Leibchen übergestreift. Im Trainingsspiel elf gegen elf ist nun deutlich mehr Zug drin, auch wenn Coach Bini kaum Anweisungen erteilt. Nach etwa 15 Minuten unterbricht der oberste Übungsleiter das Training und bittet zu einer kurzen Besprechung. Auch jetzt gibt sich die gesamte Mannschaft noch volksnah, Erfrischungsgetränke werden inmitten von Journalisten und Fans eingenommen. Nur auf begehrte Autogramme muss noch bis Trainingsschluss gewartet werden.

(RP/rl)