Meerbusch: CDU und Grüne bringen Ostara auf den Weg

Meerbusch : CDU und Grüne bringen Ostara auf den Weg

OSTERATH Die geplante Bebauung der Ostara-Brache mit einem 4100-Quadratmeter großen Edeka-Frischemarkt und 200 Wohnungen hat eine entscheidende Hürde genommen. Mit ihrer Mehrheit verabschiedeten CDU und Grüne im Planungsausschuss den geänderten Gestaltungsplan. FDP und SPD votierten dagegen, die UWG enthielt sich. Nächster Schritt ist nun die Ausarbeitung eines Vertrags zwischen Stadt und Investor Carat und (wohl Anfang kommenden Jahres) die mehrwöchige, so genannte Offenlage des Plans. Dabei können Bürger dann Einwende geltend machen.

Deutlich weniger Parkplätze

Noch bis kurz vor der Sitzung hatte es Änderungen an dem Entwurf gegeben. CDU und Grüne verzichteten schließlich auf die ursprünglich von ihnen geforderte Verlegung des Frischemarkt-Haupteingangs Richtung Norden zu einer der neuen Planstraßen. Statt dessen soll der Eingang weiter nach Süden zeigen, Richtung Meerbuscher Straße. Dafür werde die Nordfassade "architektonisch hochwertig gestaltet". Weitgehend durchsetzen konnten sich die Grünen mit ihrer Forderung nach Verkehrsberuhigung. So sollen die neuen Straßen deutlich schmaler werden. Das wird durch Wegfall von etwa der Hälfte der ursprünglich geplanten öffentlichen Parkplätze erreicht. Letztlich bleiben noch 81 Stellplätze am Straßenrand übrig. Darüber hinaus gibt es noch private Stellflächen in Garagen, den Edeka-Parkplatz mit 343 Plätzen und einen möglichen Park- und Ride-Platz südlich des Bahnhofs.

Planungsamtsleiter Dr. Just Gérard merkte an, dass ein so reduzierter Parkraumschlüssel erfahrungsgemäß "zu Konflikten führe". Die Meerbuscher seien nun einmal gut motorisiert. Und in Straßen mit wenigen öffentlichen Stellplätzen, beispielsweise Am Kierster Feld, gebe es regelmäßig Beschwerden. Der parteilose Ratsherr Hans-Werner Schoenauer warf den Grünen vor, in der Sache pure Ideologie zu betreiben.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Peters entgegnete, dass der NRW-Landesdurchschnitt bei 0,2 Stellplätzen pro Wohnung liege. Im Ostara-Plangebiet komme man dagegen auf doppelt so viel: "Das ist kein geringer Stellplatzschlüssel". Der Meerbuscher Durchschnitt liegt allerdings deutlich höher: bei 1,2 Stellflächen.

Herbe Kritik am Ostara-Beschluss kam von FDP-Fraktionschefin Gesine Wellhausen, die sich vor allem gegen den großen Frischemarkt und den dadurch angezogenen Verkehr wendet: "Wenn es dort zum Verkehrschaos kommt, kann eine Protestbewegung wie Stuttgart 21 entstehen". "Ein schwarzer Tag für Osterath", konstatierte FDP Ratsherr Klaus Rettig.

SPD-Ratsfrau Nicole Niederdellman-Siemes gestand zwar zu, dass sich im Lauf der Verhandlungen vieles verbessert habe. Doch der Markt sei letztlich viel zu groß dimensioniert und die zu erwartenden Verkehrsströme und Staus nicht akzeptabel.

"Brache mit Leben füllen"

"Wir werden es endlich schaffen, die Brache mit Leben zu erfüllen. Würde man nach der FDP gehen, hätten wir auch in zehn Jahren noch eine nutzlose Fläche", konterte CDU-Fraktionschef Werner Damblon, der von einer "guten, gelungenen Planung" sprach. Grünen-Ratsherr Peters räumte zwar ein, dass die Grünen den Frischemarkt kritisch sehen. Was am Ende zähle, sei aber das Gesamtpaket. Und speziell im nördlichen Teil des Gebiets sei eine umfassende ökologische Gestaltung gelungen.

(RP)
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