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Meerbusch: Bürgerbegehren gegen Terrassengebühr?

Meerbusch : Bürgerbegehren gegen Terrassengebühr?

In Lank werden Unterschriften gegen die Terrassengebühr gesammelt. 600 Bürger haben bereits unterschrieben. Wirte kündigen an, die Terrassenflächen deutlich zu reduzieren. Bis zu 376 Plätze sollen wegfallen.

Die vor wenigen Wochen beschlossene Terrassengebühr stößt den Wirten vor allem in Lank-Latum sauer auf. "Wir werden die Zahl unsere Tische deutlich reduzieren", sagte Sabine Menk, Inhaberin des Kaffemone am Alten Markt. Sie hat derzeit 50 Quadratmeter Terrassenfläche, ab dem 1. Juli wird sie von der Stadt zur Kasse gebeten. "Die Gebühr kostet mich gut 200 Euro im Monat, das kann ich aber nicht an meine Gäste weiter geben", sagt Simone Menk.

Bei einem Preis von 2,10 Euro pro Kaffee sei nicht mehr viel Spielraum nach oben. Zumal könne man Lank nicht mit einer Stadt wie Düsseldorf vergleichen, in der ständig neue Gäste kommen. "Hier kommen immer die Gleichen und die bleiben auch schon mal länger sitzen", sagt Simone Menk. Nur mit Kaffee und Kuchen könne man nicht mehr Umsatz generieren. Ähnliches gilt im Eiscafé von Dimitri De Martin. "Die Wirte von Lokalen in denen man essen kann, rechnen bei einem Vier-Personen-Tisch mit einem Umsatz von 100 Euro", erklärt De Martin.

So ein Umsatz sei aber mit Eis und Kaffee niemals zu erzielen. De Martin betreibt in Lank zwei Eiscafés und ein Geschäft in Osterath. Er hat ausgerechnet, dass auf ihn jährlich 4800 Euro Terrassengebühr zukommen. "Um das zu erwirtschaften, müsste ich 12 000 Euro Umsatz machen. Wie soll das gehen", sagt De Martin. Als Sofortmaßnahme möchte der Gastronom die Zahl der Tische deutlich reduzieren. Grundsätzlich hat er nichts gegen die Terrassengebühr.

"Sie sollte aber nicht so hoch sein und pauschal erhoben werden", sagt De Martin. Genau nachgerechnet hat Werner Schmalbach. Der Inhaber des "La Pähd" glaubt, dass allein in Lank 376 der bislang 607 Plätze wegfallen. "Es droht ein Imageverlust für Lank", sagt Schmalbach, der den Rat bereits per Bürgerantrag dazu bewegt hat, erneut über die Terrassengebühr abzustimmen. Schmalbach bezweifelt, dass die Stadt wie geplant 32 000 Euro im Jahr einnimmt. So lasse sich seiner Ansicht nach kein Gewinn erwirtschaften. Abzuziehen sei der Verwaltungsaufwand sowie die Steuermindereinnahmen. Seit einigen Wochen liegen in Lank Unterschriftenlisten aus. Mehr als 600 Bürger haben schon unter "Nein zur Terrassengebühr" unterschrieben. Nun sucht Schmalbach Mitstreiter in den anderen Stadtteilen.

"Wie es in Büderich aussieht, werde ich noch klären", sagt Schmalbach. Er würde sich freuen, wenn auch dort Unterschriftenlisten ausliegen würden. Wenn genügend Unterschriften zusammen kommen, könnte man auch an ein Bürgerbegehren denken. Dann müsste sich der Rat noch einmal mit der Terrassengebühr beschäftigen. Was Schmalbach aber am meisten ärgert: "Von den Politikern hat vorher nie einer mit uns geredet."

(RP/rl)