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Meerbusch: Bürger wollen Olivenbäume

Meerbusch : Bürger wollen Olivenbäume

Die Meinung der Bürger, die am Donnerstag bei der Mobilen Redaktion der RP in Lank-Latum vorbeischauten, war einhellig: Auf dem Lanker Alten Markt sollten wieder Olivenbäumchen aufgestellt werden.

Der von der Stadt erzwungene Abtransport von 17 Olivenbäumen vom Lanker Markt schlägt Wellen. Bei der Mobilen Redaktion der RP, die gestern in Lank-Latum Station machte, war die Meinung der Bürger einhellig: Die Bäume sollten wieder aufgestellt werden — mit städtischer Genehmigung.

RP-Redakteur Jan Popp-Sewing im Gespräch mit SPD-Chefin Heidemarie Niegeloh (2.v.l.) und Lankerinnen. Foto: Boris Schmidt

"Das sind doch wunderschöne Bäume, sie haben fantastisch auf den Platz gepasst. Im Sommer fühlte man sich wie in ,Bella Italia'", sagt Elisabeth Egger, Walter Schulz sieht es genauso: "Die Olivenbäumet waren einfach belebend." "Die Stadt sollte ihre Energie besser in die Bekämpfung der Herkulesstaude stecken. Die Bäume waren eine Bereicherung, die die Stadt nichts gekostet hat. Man sollte Herrn Wantikow dafür die Ehrennadel verleihen", meint Manfred d'Avis. "Die Stadt hätte die Pflanzkübel im Nachhinein genehmigen sollen", meint Anneliese Behnke. Christel Högel unterstreicht: "Man muss doch nur mal vorher und nachher vergleichen." Horst Kerger erklärt: "Die Aufstellung fand ich absolut in Ordnung. In einer Demokratie sollte doch die Bevölkerung das Sagen haben." — "Ohne Olivenbäume und nach Schließung der Weinschenke hat der Platz an Optik und Flair verloren", konstatiert Edith Trudrung. Maria und Johannes Schreder stellen fest, dass es Schilder mit Hinweis auf einen Spender (die die Stadt bei den Pflanzkübeln monierte), doch auch an vielen Sitzbänken gebe.

Die Mobile Redaktion der RP machte gestern in Lank-Latum Station. Foto: Boris SchmiDT

Volker Krips weist darauf hin, dass die Stadt doch auf Initiativen von Bürgern angewiesen sei, was sie in anderen Ortsteilen ja auch fördere. "Die Stadt reagiert doch nur so scharf, weil sie nicht gefragt worden ist. Das ist wie im Kindergarten", kritisiert Helmut Humborg.

Aus der Politik meldete sich Ratsherr Hans-Werner Schoenauer (parteilos) zu Wort: "Das ist ein Platz und keine Allee — den Eindruck konnte man aber bekommen, wenn man sich die Olivenbaum-Kübel angeschaut hat. Gegen eine Bürgerinitiative ist nichts zu sagen, aber sie muss abgestimmt sein." Zentrums-Ratsherr Wolfgang Müller verteilte eine verwaltungskritische Glosse und forderte ironisch: "Adlerfarne in die Töpfe". Meerbuschs SPD-Chefin Heidemarie Niegeloh stellte fest: "Alles muss ein Maß haben. Es kann nun mal nicht jeder ungefragt etwas im öffentlichen Raum aufstellen. Aber im Konsens wäre das möglich."

(RP)