Meerbusch: Bürger befürchten mehr Fluglärm

Meerbusch : Bürger befürchten mehr Fluglärm

Unter dem Motto "mehr Fluglärm in Meerbusch – Nein Danke!" luden die Grünen zu einer Bürgerdiskussion in die Gaststätte Haus Baumeister ein. Die Lärmstatistiken korrigierte der Bürgerverein deutlich nach oben

Unter dem Motto "mehr Fluglärm in Meerbusch — Nein Danke!" luden die Grünen zu einer Bürgerdiskussion in die Gaststätte Haus Baumeister ein. Die Lärmstatistiken korrigierte der Bürgerverein deutlich nach oben

Die Verkehrsbewegungen der letzten Jahre, Schadstoffbelastungen und die aktuellen Messungen des Geräuschpegels rund um den Flughafen — die Präsentation zu Beginn der Veranstaltung forderte am Abend noch einmal die volle Aufmerksamkeit der rund 30 anwesenden Bürger. Oliver Keymis, Landtagsabgeordneter der Grünen bemühte sich, ausführlich darzustellen, warum die geplante Kapazitätserweiterung des Flughafens seiner Meinung nach nicht nur eine Belastung für die Umwelt und die Anwohner darstelle, sondern auch keinerlei wirtschaftlichen Nutzen habe.

Gleich zu Beginn formulierte Keymis noch einmal deutlich die Absicht seiner Partei: "Ein klare Ablehnung der Erweiterung in 2014." Dieses Thema sei bereits seit 2010 fester Bestandteil der Partei-Agenda und auch ein Streitpunkt mit dem Koalitionspartner SPD. Eine der Statistiken zeigte eine leichte Absenkung des Flugverkehrs in 2012. "Warum also mehr Starts und Landungen im nächsten Jahr", so der Abgeordnete. "Das ist doch gar nicht nötig." Gemeint ist die geplante Ausdehnung von maximal 45 auf bis zu 60 Flugbewegungen pro Stunde im nächsten Jahr. Außerdem sollen bis zu 25 Prozent mehr Flugbewegungen am Airport stattfinden — das wären rund 320 000 Starts und Landungen jährlich. Diese Änderungen wird der Flughafen 2014 mit einer neuen Betriebsgenehmigung beantragen.

Ein großes Anliegen der Bürger ist die Flughöhe der Maschinen. So beklagten einige, dass die vorgeschriebene Überflughöhe in den Rheingemeinden von 1500 Fuß auf 1000 Fuß herabgesenkt wurde. "Quasi direkt über unsere Köpfe hinweg", meint eine Bürgerin. Ein Einschreiten der Politik sei jedoch hier nicht möglich so Bürgermeister Dieter Spindler, da dies kein Verstoß gegen geltende Vorschriften sei.

Beim Thema Lärmbelastung meldet sich Christoph Lange, Vorsitzender des "Bürgervereins gegen den Fluglärm" zu Wort und korrigiert die Statistiken der Grünen deutlich nach oben. Dabei beruft er sich auf Zahlen der Weltgesundheitsorganisation: Rund 40 Dezibel an Dauerbeschallung würden bereits dauerhafte Gesundheitsschäden verursachen. In den betroffenen Stadtteilen habe der Verein teilweise bis zu 55 Dezibel gemessen. Davon seien, so Lange, rund 860 000 Bürger täglich betroffen.

(RP)