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Meerbusch: Büdericher rüsten auf gegen Einbrecher

Meerbusch : Büdericher rüsten auf gegen Einbrecher

Die Polizei informierte am Donnerstag im Präventionsmobil, wie sich die eigene Wohnung wirksam gegen Diebe schützen lässt. Zahlreiche Büdericher kamen — und waren erstaunt, wie leicht sich ein handelsübliches Fenster aufhebeln lässt

Der Mann in der dunklen Jacke setzt mit dem Schraubendreher am Fenster an - und in wenigen Sekunden ist der Eingang zum Haus offen. So oder so ähnlich verschaffen sich Einbrecher bundesweit Eintritt in das Eigenheim der Bürger. Doch der Mann auf dem Vorplatz der Büdericher Sparkasse an der Dorfstraße ist kein Krimineller, sondern Hauptkommissar Heinz Hellwig. Mit dem Fenstermobil der Präventiv-Aktion "Riegel vor" schaute der Polizist mit seinem Polizeikameraden Hauptkommissar Christoph Kaiser in Meerbusch vorbei, um die Bürger über den richtigen Einbruchschutz zu informieren.

"Wir zeigen auf, was wirkt und was nicht", erklärte Heinz Hellwig. Dabei hatten die Beamten auch Zahlen im Gepäck: 90 Prozent aller Einbrüche würden durch Aufhebelung der Fenster geschehen. "Überall dort, wo sie händisch zu erreichen sind", sagte Christoph Kaiser. Damit seien auch diejenigen Fenster gemeint, die ein Einbrecherduo per "Räuberleiter" erreichen kann. 80 Prozent aller Delikte würden zudem von der Rückseite des Hauses geschehen, nur 20 Prozent auf der Vorderseite. Lediglich bei unter einem Prozent der Fälle würden Einbrecher versuchen, die Scheibe einzuschlagen.

Um sich dagegen zu wappnen, hatten die Experten Ratschläge parat. Das Umrüsten von Fenstern stand dabei im Mittelpunkt der Tipps. Das einfache Aushebeln der Fenster solle erschwert, wenn nicht sogar unmöglich gemacht werden. "Bei Fenstern ab dem Baujahr 1990 ist es grundsätzlich gut möglich, sie durch ein Fachunternehmen umzurüsten", sagte Heinz Hellwig.

Häufig hätten Standard-Fenster sogenannte "Rollzapfen" im Rahmen. Diese gängigen Beschläge rollen recht einfach aus dem Fenster raus. Mit "Pilzzapfen" hingegen rasten die Beschläge richtig ein — ein Aushebeln sei nahezu unmöglich. Dazu könnten Hausbewohner ihre Fenster noch mit abschließbaren Fenstergriffen oder Zusatzkastenschlössern ausstatten. "Und einfach den Rollladen runtermachen, klappt nicht", warnte Heinz Hellwig. Dieser würde von dem Einbruchprofi einfach hochgerollt. Ein effektiver, aber unattraktiver Schutz seien Gitter vor dem Fenster. "Das wollen viele aber nicht", so Hellwig.

Wer bereit sei, noch etwas mehr Geld auszugeben, könnte auch eine Alarmanlage als Ergänzung installieren. "Aber dann keine halben Sachen machen", sagte Christoph Kaiser. Sie sollte unbedingt von einem zertifizierten Unternehmen eingebaut werden und mit einem Wachunternehmen verbunden sein.

Auf ein wichtiges Sicherheitsinstrument wiesen die beiden Polizisten gesondert hin: die eigene Nachbarschaft — soziale Kontrolle. Dabei rät die Polizei: "Alarmieren Sie bei Gefahr und in dringenden Verdachtsfällen sofort die Polizei über Notruf 110."

(RP/ac)