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Meerbusch: Brücken bauen für den gigantischen Schwertransporter

Meerbusch : Brücken bauen für den gigantischen Schwertransporter

Auf dem Weg nach Düsseldorf musste der XXL-Transporter in Meerbusch mehrere schwierige Stellen überwinden. Gestern am späten Abend wurde eine Behelfsbrücke in Bovert errichtet

Blitzlichter leuchten am Bahnübergang Osterath, Fotoapparate klicken, als die 900 PS starke Zugmaschine ins Blickfeld fährt. Sie schleppt den eigentlichen Star. Zahlreiche Schaulustige beobachteten in der Nacht zu Freitag die erste Etappe eines gigantisch großen Schwertransports auf Meerbuscher Stadtgebiet: Zwei Transformatoren, jeder so schwer wie ein voll beladener Jumbo-Jet, rollten auf 20-achsigen Lastwagen durch die Stadt im Grünen. Jeder von ihnen 55 Meter lang. Nicht nur vorne eine Zugmaschine, auch hinten eine - zum Anschieben.

Gestern parkten die beiden Trafos auf der Meerbuscher Straße. Foto: Dackweiler, Ulli (ud)

Gegen 1 Uhr am Freitagmorgen erreichten die XXL-Transporter die Autobahnauffahrt Bovert. Weil die Ladung bis an die Lärmschutzwand reicht, konnten die Wagen nicht unter der Unterführung durchfahren. Stattdessen mussten sie die Autobahn queren. Das war aufwändig: Die Mittelleitplanken wurden bereits entfernt, die Autobahn gesperrt, aber das genügte nicht. "Eine Behelfsbrücke muss den Druck besser verteilen", erklärte der Einsatzleiter der Polizei. Bis die Brücke stand und beide Trafos drüber waren, wurde es 4 Uhr. Dann rollten die Mega-Transporter zur Zwischenstation: Mitten auf der Meerbuscher Straße. Eine Baustellenampel regelte seit den Morgenstunden den Verkehr. Und die beiden Trafos wurden zur Attraktion am Ortseingang von Bovert. Zahlreiche Autofahrer drehten die Köpfe beim Vorbeifahren.

Die A57 wurde für den Transport zeitweise gesperrt. Foto: Martin Röse

Gestern Abend folgte dann der zweite Teil der Ochsentour in Richtung Düsseldorf. Weil der Mühlenbach unter der Meerbuscher Straße durchfließt, mussten die Mitarbeiter der Spedition erneut eine Behelfsbrücke bauen. Der Druck der Trafos würde sonst die Meerbuscher Straße zum Einsturz bringen. Erst gegen 1 Uhr sollte der gigantische Lindwurm dann seinen Weg von Bovert nach Büderich aufnehmen - und dort über die Dorfstraße zur Natorampe am Rheinufer.

Dort sollen die beiden Trafos auf ein Schiff verladen werden und Richtung Niedersachsen schippern. Ihre Aufgabe: Sie sollen Strom von einem Offshore-Windpark ins Stromnetz einspeisen.

(mrö)