1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Brandstiftungen belasten Wehr

Meerbusch : Brandstiftungen belasten Wehr

504 Mal musste die Feuerwehr 2010 ausrücken. Zwei Menschen kamen durch Rauch ums Leben. Alarmierend ist die hohe Zahl an Brandstiftungen. Die Alte Vikarie, 14 Autos und reihenweise Container wurden angezündet.

Im Vergleich mit dem Rekordjahr 2009 ist die Zahl der Feuerwehreinsätze 2010 zurückgegangen, von 592 auf 504. Das liegt allerdings daran, dass im Juli 2009 eine Regenflut für 140 Einsätze in 24 Stunden sorgte. 2010 verlief in dieser Hinsicht verhältnismäßig ruhig. Sturmtief Xynthia führte im März "nur" zu 64 Einsätzen.

Großbrände Auffallend für die Feuerwehr ist die Häufung von Großbränden. Während es in den gesamten fünf Vorjahren in Meerbusch lediglich zu zwei solchen Ereignissen kam, zählte man 2010 gleich vier. Zwei Mal brannten Carports: in Osterath Mitte Mai und in Büderich Anfang November. Beim Osterather Fall liegt wohl Brandstiftung vor. Hinzu kam der Brand in einem Lank-Latumer Baucontainer und ein ausgedehnter Kellerbrand in einem Lanker Auktionshaus.

Das nach Ansicht der Staatsanwaltschaft vom Auktionshaus-Besitzer gelegte Feuer, bei dem dieser umkam, führte zu einem Vollalarm der Meerbuscher Wehr. Als ebenso spektakulär erwies sich der Brand, den Unbekannte Anfang des Jahres in der denkmalgeschützten Alten Vikarie in Osterath legten.

Wohnungsbrände 20 Mal musste die Wehr brennende Wohnungen und Gebäude löschen. In Lank kam ein 72-Jähriger dabei zu Tode, der mit einer Zigarre vor dem Fernseher eingeschlafen war.

Insgesamt mussten sechs Prozent mehr Brandeinsätze bewältigt werden als 2009. Viele Brände wurden mutwillig (und oft nachts) gelegt: 28 Mal brannten Mülleimer, Altpapier- oder Altkleidercontainer, 20 Mal Fahrzeuge (mindestens 14 davon wurden offenbar angezündet). 13 Mal fingen Wiesen, Sträucher oder Bäume Feuer. Gerade die Brandstiftungen sind eine erhebliche Belastung für die Freiwilligen, die bei der Alarmierung sofort Arbeitsstelle oder Wohnung verlassen und zur Wache eilen.

Technische Hilfen stellen mit 55 Prozent weiter das größte Aufgabengebiet der Meerbuscher Wehr. Spitzenreiter der Statistik sind wieder die Sturmschäden (rund 70 Einsätze), Ölspuren (35 Einsätze), Verkehrsunfälle (27) und 17 Einsätze in Folge von Wasserschäden. Bei Verkehrsunfällen zwischen Osterath und Büderich und in Bösinghoven kamen zwei Menschen in ihren Autos ums Leben. In 38 Fällen konnte die Feuerwehr Menschen aus Zwangslagen befreien.

Tiere in Not 26 Mal wurde der Notruf 112 gewählt, um die Feuerwehr zu verunglückten Tieren zu rufen. Neben Katzen in Bäumen und verletzten Vögeln auf dem Boden waren auch Pferde und eingeschlossene, beziehungsweise in Eis eingebrochene Hunde ein Alarmierungsgrund.

Einsatzstärkste Einheit ist das Team der Feuerwache in Osterath, das mit der Drehleiter bei vielen Einsätzen mit ausrückt und die rund 250 freiwilligen Kräfte bei diversen kleineren Einsätzen entlastet.

Die Löschzüge aus Osterath und Büderich rückten je 140 Mal aus. Ihnen folgen die Lanker und Strümper Löschzüge mit je 88 und 47 Alarmierungen. Die Ehrenamtler aus Langst-Kierst wurden 24 Mal, ihre Kollegen aus Nierst 16 und die Bösinghovener 15 Mal zu Unglücksfällen und Bränden gerufen.

(RP)