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Meerbusch: Brandstiftung: Prozess beginnt

Meerbusch : Brandstiftung: Prozess beginnt

Die Staatsanwaltschaft wirft drei jungen Männern aus Lank-Latum vor, sechs Feuer im Ort gelegt zu haben. Auf den Handys der Männer sicherte die Polizei Fotos von den Bränden.

Wochenlang hatten sie in Meerbusch Polizei und Feuerwehr in Atem gehalten, jetzt wird drei jungen Männern am Neusser Amtsgericht der Prozess gemacht. Das Trio soll im Herbst 2011 einen Wohnwagen, Papiercontainer, Gartenmöbel und Mülltonnen in Lank-Latum in Brand gesteckt haben. Ihnen drohen Gefängnisstrafen. Prozessbeginn ist im April. Insgesamt geht es um sechs Fälle von Brandstiftung.

Begonnen hatte die Serie Ende Oktober. Damals brannten in einer Nacht zunächst ein Papiercontainer an der Gonellastraße und später zwei Wohnwagen auf dem Lanker Schützenplatz. Verletzt wurde niemand. Doch der Sachschaden war erheblich: mehr als 30 000 Euro.

Zwei Wochen später musste die Feuerwehr erneut ausrücken. Am Malteserstift St.Stephanus am Wasserturm hatten zunächst unbekannte Täter Gartenmöbel und eine Mülltonne in Brand gesetzt, auch auf der Mühlenstraße fing wenig später eine Mülltonne Feuer. Am Tag darauf musste erneut die Feuerwehr gerufen werden — wieder brannte eine Mülltonne.

Für die Brände verantwortlich sind laut Anklage der Staatsanwaltschaft Düsseldorf drei junge Männer aus Lank. Ralph D., Yannik P. und Michael S. sollen aus Frust, Langeweile und teilweise im Alkoholrausch gezündelt haben. Zwei der 18 bis 23 Jahre alten Männer sind bereits mehrfach vorbestraft und haben zeitweise in Haft gesessen.

Einer hatte zuletzt als Auszubildender in einer Firma in Kaarst gearbeitet. Die Ermittler hatten auf ihren Handys sogar Fotos der Brände gefunden — offenbar hatte das Trio "sein Werk" auch noch fotografiert. Wann genau sich die drei Meerbuscher in den kommenden Wochen vor dem Schöffengericht in Neuss unter Vorsitz von Richter Heiner Cöllen verantworten müssen, steht noch nicht fest.

In Meerbusch hatten im vergangenen Jahr zwei Brandserien für Angst gesorgt. Im Frühjahr hatten einer oder mehrere Unbekannte in Osterath reihenweise Altpapiercontainer und in einer Nacht Anfang April acht Autos und zwei Carports rund um den Rudolf-Lensing-Ring in Brand gesteckt. Gerüchte, die Polizei habe Verdächtige ermittelt, hat die Behörde bislang nicht bestätigt. Bürger engagierten daraufhin ein Sicherheitsunternehmen. Seitdem blieb es verhältnismäßig ruhig.

Bereits im Frühjahr hatten auch in Langst-Kierst nachts Container gebrannt. Eine Zeitungsbotin sah einen Freiwilligen Feuerwehrmann in der Nähe des Tatorts und alarmierte die Polizei. Die Beamten luden den Mann vor, der über einen Rechtsanwalt mitteilte, sich nicht zur Sache äußern zu wollen.

(RP/anch)