1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Brandstifter nicht zu stoppen

Meerbusch : Brandstifter nicht zu stoppen

Seit in Osterath ein privater Wachdienst Streife geht, scheint sich das Problem zu verlagern. Im August brannte in Lank ein Mercedes. Jetzt sind zwei Wohnwagen und ein Papiercontainer in Flammen aufgegangen.

Die Zahl der Brandstiftungen in Meerbusch nimmt kaum ab - allerdings scheint sich der Schwerpunkt verschoben zu haben. Nachdem, der private Wachdienst in Osterath seine Arbeit im Sommer aufgenommen hat, brennt es nun in Lank-Latum. In der Nacht zu Samstag hatten Unbekannte dort einen Papiercontainer sowie einen Wohnwagen in Brand gesetzt. Im August hatte es einen Brandanschlag auf einen Mercedes gegeben.

Trotz Personenbeschreibung und Nahbereichsfahndung ist die Polizei in Sachen Wohnwagenbrand noch keinen Schritt weiter. "Wir suchen nach wie vor Zeugen und sind für Hinweise dankbar", sagt Polizeipresse-Sprecherin Diane Drawe aus dem Rhein-Kreis Neuss. Nähere Angaben konnte sie nicht machen. Die Annahme, dass es aufgrund der privaten Sicherheitsmaßnahmen in Osterath zu einer Verdrängung gekommen sein könnte, hält sie jedoch für "rein spekulativ." Ein Zusammenhang lasse sich nicht herstellen.

Dass Brandanschläge ein schwer zu ermittelndes Delikt sind, hat Polizeigewerkschafter Peter Feldbrügge bei der RP-Sicherheitsdiskussion im Mai bestätigt. Er nannte die Fahndung nach nächtlichen Brandstiftern eine "Sisyphusarbeit". Fingerabdrücke und andere Spuren verbrennen mit den Fahrzeugen. Die Flammen werden in der Regel auch erst nach etwa zehn Minuten sichtbar, wenn die Täter längst unerkannt in die Dunkelheit geflüchtet sind.

Nach einem Großbrand im April, bei dem acht Pkw in Osterath brannten, hatte die Polizei eine so genannte Mini-Soko eingesetzt. Diese hat am 27. Juli die Ergebnisse der Ermittlungen zur Staatsanwaltschaft geschickt. "Einen Täter haben wir nicht überführen können", zieht Drawe die ernüchternde Bilanz. Das zuständige Kriminalkommissariat habe jedoch weiter ein Auge auf Osterath. "Wir gehen jedem Hinweis nach", so Drawe. Die parallel zur Soko eingesetzte Mobile Wache soll weiterlaufen - allerdings nicht mehr gezielt auf Brandstiftung in Osterath bezogen. "Dort können viele Themenfelder angesprochen werden", so Drawe.

Bei der Feuerwehr in Meerbusch haben die Brandstiftungsdelikte die Bilanz in die Höhe schnellen lassen. 504 Mal musste die Feuerwehr 2010 ausrücken. Die Alte Vikarie in Osterath brannte, 14 Autos und reihenweise Container wurden in dem Jahr angezündet.

In Meerbuschs Nachbarschaft hat die Polizei Mitte Oktober mit einem Großaufgebot auf Brandstiftung reagiert. In beiden Fällen wurden Helikopter eingesetzt. In Düsseldorf hatten zwei, in Dormagen/Delrath vier Autos gebrannt.

Als Mitte April Unbekannte in Osterath acht Autos an angezündet hatten, war von einem Großeinsatz der Kreispolizei keine Rede. "Wir setzen alle uns zur Verfügung stehenden Mittel ein", kommentierte Drawe das Vorgehen in Meerbusch.

(jco)