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Serie Mein Verein (1): Bogenschützen - die Erben Robin Hoods

Serie Mein Verein (1) : Bogenschützen - die Erben Robin Hoods

Was haben Bogenschützen und Tubaspieler gemeinsam? Beide sind in Meerbusch vereinsmäßig organisiert. In einer neuen Serie stellt unsere Zeitung Meerbuscher Vereine vor. Mitglieder berichten, warum sie sich engagieren

Das Zischen und das Ploppen beim Einschlag sind unüberhörbar. Sergej Sieben legt sein Geschoss selbst an, spannt den Bogen und kneift ein Auge zusammen. Dann lässt er los —und der Pfeil fliegt zischend durch die Sporthalle des Städtischen Meerbusch-Gymnasiums. Treffer. Jetzt muss er warten. Noch haben nicht alle der 16 Bogenschützen ihre Pfeile geschossen. Dann ein Ruf —der Durchgang ist beendet. Seit 1970 gibt es die Bogensportabteilung in Meerbusch, hauptsächlich ist sie in Strümp aktiv.

Bis vor zwei Jahren nannte sich der Verein die Versehrtensportgemeinschaft Meerbusch (VSG), jetzt heißt er Gemeinschaft für Sport und Rehabilitation (GSR Meerbusch).

Was nach einer Zusammenkunft von Senioren klingt, kann der 14-jährige Sergej Sieben schnell widerlegen. "Wir sind hier vom Alter her sehr gemischt", sagt der Osterather Realschüler. Seit gut einem Jahr macht er im Verein mit, vor kurzem hat er bereits auf seinem ersten Wettkampf geschossen. "Ich bin bei der Kreismeisterschaft auf Platz fünf gelandet", sagt Sergej. Das Funkeln in seinen Augen verrät: Er weiß jetzt schon, dass er in Zukunft noch viel mehr rausholen kann.

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Zum Bogenschießen sei er über das Fernsehen gekommen. "Ich habe immer schon die Olympischen Spiele geschaut. Da haben mich die Wettkämpfe fasziniert." Noch hat er einen geliehenen Bogen. Anfänger bei der GSR können ein Sportgerät gestellt bekommen, da ein gutes Einsteigermodell bereits rund 400 Euro kostet. Sind sich die Neuankömmlinge sicher, dass sie bleiben wollen, sollen sie sich selber Pfeil und Bogen kaufen.

Sergej weiß, dass er bleibt. "Die Gemeinschaft mit den unterschiedlichen Altersklassen ist toll", sagt er. Zudem sorge der Sport für eine innere Ruhe. Nur wenn der Kopf frei ist, sei der Schütze gut. Dies steigere die Konzentrationsfähigkeit.

Kein Wunder, dass die Bogensportabteilung aktuell einen Aufnahmestopp hat. Die 25 aktiven Mitglieder sind im Rheinischen Schützenbund organisiert. In fast allen Altersklassen sind die Meerbuscher Bogenschützen vertreten. Ihr aktuelles Aushängeschild: Zwetomir Karagaschki (37) ist in der Schützenklasse der Kreismeister 2013. Geübt wird immer samstags in der Sporthalle des Meerbusch-Gymnasiums. Übungsleiter ist Rheinhard Loerbald.

Auf acht große Scheiben mit einem Abstand zum Schützen von 18 Metern wird geschossen. Auf jede Scheibe kommen zwei Schützen. Nur im Sommer gehen sie raus. Da die Bogenschützen an die Hallenzeiten des SMG gebunden sind, wechseln sie ins Freie an der Hauptschule in Osterath. Was gar nicht so schlecht ist — auf dem Sportgelände wird dann auf 75 Meter entfernte Ziele geschossen. Und das macht Sergej Sieben ebenfalls viel Spaß.

GSR Meerbusch Der Verein Gemeinschaft für Sport und Rehabilitation hat aktuell rund 140 Mitglieder. Die Vorsitzende ist Siegrid Mertens. Neben den Bogenschützen gibt es die Abteilungen Gymnastik, Bosseln und Schwimmen. Interessierte können sich unter www.vsg-meerbusch.de über die Abteilungen informieren. Kontaktadressen sind dort ebenfalls zu finden. Der Jahresbeitrag beläuft sich für Erwachsene auf 44 Euro, für Jugendliche auf 22 Euro.

(RP)