Meerbusch: Böhlerweg: Ausbau erst 2013

Meerbusch : Böhlerweg: Ausbau erst 2013

Der lang erwartete vierspurige Ausbau von Böhlerstraße/Böhlerweg hin zur A52-Auffahrt Büderich wird erneut aufgeschoben. Düsseldorf verweist als Grund auch auf eine fehlende Verwaltungsvereinbarung mit Meerbusch.

Aus dem baldigen Startschuss für den Ausbau des Böhlerwegs wird erneut nichts. Die Stadt Düsseldorf teilte gestern auf RP-Anfrage mit, dass der Bau erst im Lauf des Jahres 2013 beginnen könne. Die Verantwortung für die neue Verzögerung schoben die Düsseldorfer teilweise der Stadt Meerbusch zu: Beide Kommunen müssten zunächst noch "einige Hausaufgaben machen". Dazu zähle unter anderem, eine neue Gasleitungs-Trasse zu finden und Gespräche mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW zu führen. Auch müsse erst noch eine Verwaltungsvereinbarung zwischen beiden Städten geschlossen werden. In dieser sollen die Kosten für Bau, Unterhaltung und Wartung der Straße geregelt werden, sagte die Leiterin des Düsseldorfer Verkehrsamts, Andrea Blome.

Dass die Verwaltungsvereinbarung noch nicht existiert, liegt allerdings nicht an den Meerbuschern. Bei einem Ortstermin mit Bürgermeister Dieter Spindler und dem Düsseldorfer Ordnungs- und Verkehrsdezernent Stephan Keller am 21. Juni hatte die Meerbuscher Seite den Abschluss der entsprechenden Vereinbarung angeregt. Düsseldorf hatte zugesagt, kurzfristig einen Entwurf dafür nach Meerbusch zu schicken. "Bis heute ist bei uns nichts eingegangen", sagte Stadtsprecher Michael Gorgs gestern auf RP-Anfrage.

Bei Meerbuschs Politik und Verwaltung hatte man angesichts der langen Vorlaufzeit und der Signale aus Düsseldorf relativ sicher mit einem Baubeginn bereits in diesem Jahr gerechnet. Michael Gorgs: "Wir hätten gerne schon in diesem Jahr angefangen. Auf unserer Seite ist alles klar. Aber wir sind in der Sache auf den großen Partner angewiesen". Baurecht liegt vor. Die Pläne stehen seit 2009 — die Realisierung wird jedoch immer wieder verschoben. Düsseldorf und Meerbusch kooperieren bei dem 4,4 Millionen Euro teuren Projekt — und teilen sich die Kosten. Die Meerbuscher hatten ihren Anteil bereits in diesem Jahr in den Haushalt eingestellt. Stadtsprecher Gorgs weist auf die Wichtigkeit eines baldigen Baustarts hin, um die Marienburger Straße vom Lkw-Durchgangsverkehr zu entlasten. Beide Städte planen die Ansiedlung von Gewerbe rund um die Böhlerstraße. Auf Meerbuscher Seite hat die Böhler AG gerade mit der Vermarktung ihres 260 000 Quadratmeter großen Areals begonnen. An der Stadtgrenze zu Düsseldorf sollen 157 Wohneinheiten und 30 Gewerbebauten entstehen. Bereits im September 2005 hatte die Stadt Meerbusch mit Böhler einen städtebaulichen Vertrag über die Entwicklung des Geländes geschlossen. Der Bebauungsplan steht bereits seit Jahren. Voraussetzung für die Umsetzung ist allerdings, dass das Neubaugebiet über die verlängerte Böhlerstraße an die Autobahn angebunden wird.

(RP/ila)
Mehr von RP ONLINE