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Meerbusch: Böhlerareal wird aufpoliert

Meerbusch : Böhlerareal wird aufpoliert

Die Böhler AG investiert in die Sanierung ihrer historischen Gebäude auf dem Büdericher Industriegelände. Die Fassade des Wasserturms wird für mehr als 100 000 Euro repariert, die Pressenhalle bekommt ein neues Dach.

Seit dem Abriss des Osterather Ostara-Werks existiert in Meerbusch nur noch ein Gelände, das an die rheinische Industriegeschichte des 20. Jahrhunderts erinnert: Das Böhler-Areal mit fünf Industriedenkmälern. Inzwischen ist auf der 23 Hektar großen Fläche des ehemaligen Stahlwerks ein Gewerbepark mit dem Deutschlandsitz der Böhler-Uddeholm-Gruppe und einem vielfältigen Branchenmix an Firmen entstanden. Viele Mieter –und besonders Edel-Caterer Broich – wissen das Industrieflair als Standortfaktor zu schätzen.

Lange stand Böhler dem Thema Denkmalschutz kritisch gegenüber. Doch inzwischen hat sich beim Eigentümer ein Sinneswandel vollzogen. Heute stehen fünf Gebäude unter Denkmalschutz, und es wird massiv in den Erhalt des industriellen Erbes investiert.

Aktuelles Beispiel ist der Wasserturm: Die Büdericher Landmarke drohte zu zerfallen. Regen und Frost haben dem 35 Meter hohen Turm zugesetzt. Die gemauerte Fassade des Industriedenkmals von 1914/15 wurde rissig, immer mehr Wasser konnte einsickern. "Zum Teil hat sich das Mauerwerk richtig ausgebeult", sagt Bernd Lütz, im Böhler-Gewerbepark für Vermietungen zuständig.

Nun wird der Verfall gestoppt. Der Turm ist eingerüstet, Mitarbeiter der Neusser Fachfirma Ziemes tauschen bis zum Spätherbst rund ein Drittel der Ziegelsteine aus (auf etwa 400 Quadratmeter Fassadenfläche) und sanieren die Fugen. Die Ziegel werden durch schwere Ringofensteine einer Erkrather Ziegelei ersetzt, deren Produkte auch schon beim Weltkulturerbe Zeche Zollverein in Essen zum Einsatz kamen. Mindestens 100 000 Euro wird Böhler in die Sanierung stecken. Böhler-Uddeholm-Geschäftsführer Frank Dehorn spricht von einem "Facelifting für den Wasserturm". Das Dach wird auf Wunsch des Meerbuscher Denkmalschutzes mit so genannten Bieberschwanz-Ziegeln neu eingedeckt.

In wenigen Wochen soll auch die benachbarte, 3000 Quadratmeter große Pressenhalle ein neues Dach erhalten. Sie steht nicht unter Denkmalschutz. Auch die etwa 800 Meter langen Hauptstraße des Areals wird aufpoliert: Schritt für Schritt werden die Fassaden der langgestreckten Industriehallen gesandstrahlt und falls nötig Ziegel ausgetauscht. Böhler hat auch mit dem Pflanzen von Bäumen begonnen. Langfristig soll die Straße zur Allee werden. Die alten Quecksilberlampen werden derweil durch moderne LED-Leuchten ersetzt, was pro Jahr 70 000 Kilowattstunden Strom sparen soll.

Auch nach außen hin setzt das Traditionsunternehmen Zeichen. Die nach Büderich ausgerichtete Außenmauer wurde gesäubert – und mit einem "Böhler"-Schriftzug aus mehr als zwei Meter hohen Buchstaben versehen, der nachts angestrahlt wird. Frage des Tages

(RP)