Meerbusch: Blitzer-Standorte gesucht

Meerbusch : Blitzer-Standorte gesucht

Die Kreispolizei fragt die Meerbuscher, wo sie am 3. Juli mobile Radarfallen aufstellen soll. Die Vorbereitung der Aktion ist aufwendig: Beamte werden am Dienstag zehn Stunden lang am Telefon Vorschläge entgegennehmen.

Vor dem "Blitzmarathon" der Polizei kommt erstmal der Dauereinsatz der Beamten am Telefon: Am Dienstag, 3. Juli, wird landesweit geblitzt. Auch in Meerbusch will die Polizei mit Radargeräten Präsenz zeigen. Wo sich die Beamten postieren, können die Bürger mit Vorschlägen beeinflussen.

Um Anregungen aufzunehmen, setzt die Kreispolizei dazu am Dienstag Beamte zehn Stunden lang ans Telefon (8 bis 18 Uhr, Nummer 02131/300 222 22). Zwischen Montag, 8 Uhr, und Mittwoch, 6 Uhr, können Bürger den Ordnungshütern auch entsprechende E-Mails schicken (an die Adresse: blitzmarathon.rhein-kreis-neuss @polizei.nrw.de).

In Meerbusch starben im vergangenen Jahr zwei Menschen im Straßenverkehr. Einmal war wohl überhöhte Geschwindigkeit der Grund — gepaart mit jugendlichem Leichtsinn. Ein 20-Jähriger Düsseldorfer war im Juli mit einer 400 PS starken Chevrolet Corvette auf der A57 kurz vor der Abfahrt Bovert von der Fahrbahn abgekommen. Das Wrack kam in einem Osterather Maisfeld zum Stehen. Der Fahrer starb, sein 19-jähriger Beifahrer wurde schwer verletzt. Im gesamten Rhein-Kreis Neuss verloren im vergangenen Jahr 13 Menschen auf den Straßen ihr Leben.

Erste Aktion zeigte Wirkung

Die Kreispolizei will durch die Blitzaktion das Bewusstsein der Autofahrer beeinflussen und deutlich machen, wie gefährlich zu schnelles Fahren ist. Im Februar fand eine ähnliche Aktion bereits einmal auch in Meerbusch statt, zuvor angekündigt in den Medien. "Die meisten Autofahrer waren an diesem Tag verantwortungsbewusster unterwegs. Es wurde nur halb so viel gerast wie an anderen Tagen", sagt Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. Im Rhein-Kreis nahmen Polizei und Städte an diesem Tag 17 292 Autofahrer ins Visier der Radargeräte. 395 waren zu schnell.

Ertappte Raser sollen auch einen finanziellen Denkzettel bekommen: Radarwagen und mobile Lasermessgeräte auf Meerbuscher Gebiet spülen pro Jahr schätzungsweise 200 000 Euro an Strafgeldern in die Kreiskasse. In Meerbusch gibt es eine ganze Reihe von bevorzugten Standorten mobiler Blitzer (siehe Grafik). Besonders "beliebt" bei der Polizei ist beispielsweise die Schloßstraße in Schürkesfeld (an der Autobahnbrücke), der Winklerweg in Osterath (Tempo 30 wegen der nahen Hauptschule) und die Neusser Straße kurz vor der Autobahnauffahrt Büderich der A52.

Am letztgenannten Standort gibt es zwar keine Anwohner oder Schulen in unmittelbarer Nähe. Aber dafür haben die Beamten gute Chance, Autofahrer auf gerader Strecke beim zügigen Fahren Richtung Autobahn zu erwischen.

(RP/rl/url)
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