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Meerbusch: Bescherung im Kesselhaus

Meerbusch : Bescherung im Kesselhaus

Drei Meerbuscher Firmen haben sich zusammengetan und ein Weihnachtsfest für Kinder mit Migrationshintergrund organisiert. Die Chefs haben den Nikolaus gemimt oder die Weihnachtsgeschichte gelesen.

Auf die Plätze, Plätzchen, los: Knapp hundert Kinder stürmen das Kesselhaus, greifen zu Spritzgebäck und Lebkuchenherzen. Sie feiern ein typisch deutsches Weihnachtsfest mit Weihnachtsbaum, Zauberer, Geschenketüten und Päckchen und natürlich einer Weihnachtsgeschichte — der "Weihnachtsmaus".

Frank Dehorn, Geschäftsführer der Böhler-Uddeholm Deutschland GmbH, und Henning Ohlsson, Chef der Epson-Deutschlandzentrale, haben Mühe, die Aufmerksamkeit der Drei-bis Zehnjährigen zu behalten. "Wir haben die Geschichte zum Schluss frei zu Ende erzählt, damit es schneller geht", sagt Dehorn, dessen Assistentin Beatrix Hellenthal diese besondere Weihnachtsfeier angeregt hatte.

Mithilfe des Awo-Mütterzentrums haben die Organisatoren, zu denen auch der Premiumcaterer Georg W. Broich zählt, hundert Kinder eingeladen, die überwiegend türkische und russische Wurzeln haben. "Ein traditionelles Weihnachtsfest haben die meisten noch nicht gefeiert", sagt Hellenthal. Der Spaß ist riesig.

Besonders Zauberei und Weihnachtskrimi kommen gut an bei den Kindern. Groß ist die Freude, als der verschwundene Weihnachtsmann (Georg W. Broich) wieder auftaucht. "Neugierig haben die Kinder sich um ihn geschart", berichtet Hellenthal. Alle wollen ein Foto mit dem Mann in Rot. Und sie bekommen es. Epson hat für diesen Tag eine Fotoaktion vorbereitet und druckt die Bilder gleich aus.

"Das Besondere an der Feier war, das wir selbst mitgemacht haben'", sagt Dehorn. "Wir wollten nicht einfach nur ein Spende machen", so der Böhlergeschäftsführer. "Das hat auch viele Kunden beeindruckt, die statt der üblichen Geschenke in diesem Jahr eine Karte bekommen haben, mit einem Hinweis auf unser Projekt." Das soll im nächsten Jahr wiederholt werden. "In welcher Form wissen wir noch nicht genau", so Dehorn.

Sicher sein können die Organisatoren, dass sie demnächst Post bekommen. "Auch die Mütter waren stark beeindruckt, dass sich jemand die Mühe macht, ein solches Fest für sie und ihre Kinder zu organisieren", sagt Svetlana Shatrauka vom Mütterzentrum. "Sie mussten sich um nichts kümmern. Ein Bus hat sie abgeholt und die Kinder haben die Geschenke bekommen, die sie sich gewünscht haben. Jetzt wollen die türkisch- und russischstämmigen Mütter Briefe schreiben, übersetzen und abschicken."

(RP)