Ben Stirken aus Lank gewinnt mit seinen gezüchteten Wellensittichen Preise

Preisgekrönter Junge aus Lank : Ben, acht Jahre, Vogelzüchter

Ben Stirken aus Lank wurde mit seinen gezüchteten Wellensittichen schon Stadt- und Landesjugendmeister.

Die türkisfarbenen, grünen und gelben Wellensittiche mag Ben Stirken von all seinen Vögeln am liebsten. „Die sind so schön farbig und bunt, fast so wie Papageien“, sagt der Achtjährige. Sein Lieblingsvogel ist der Aras-Papagei, ein bunter Vogel, der den Wellensittichen zumindest von der Farbenpracht her ähnelt.

Seit drei Jahren unterstützt der Drittklässler der Theodor-Fliedner-Grundschule in Lank seinen Vater bei der Zucht von Brieftauben, Kanarienvögeln und Wellensittichen, züchtet aber auch selbst. „Die Vogelzucht wird bei uns nun in der vierten Generation betrieben“, sagt Bens Vater Thomas Stirken stolz.

Aber dieses Hobby hat vor einem Jahr einen Rückschlag erlebt. „Bei einem Brand in unserer Garage, in der wir die Vögel halten, sind 100 Vögel und 80 Tauben ums Leben gekommen“, so Stirken. Nur sieben Vögel überlebten, davon auch ein Vogeljunges. Ein weiteres konnte, nachdem es zunächst verloren war, identifiziert und wieder an die Familie zurückgegeben werden.

Von dem Brand hat sich die Familie mittlerweile erholt, aber einige Auswirkungen hat das Feuer immer noch. In der Garage wird weiterhin gebaut, und auch die Vogelschar ist längst nicht wieder vollzählig. Erst kürzlich hat Thomas Stirken einige Vögel von einem anderen Züchter an der Nordsee erworben. Aktuell sind in der Garage nun 25 Wellensittiche und Kanarienvögel untergebracht.

Die Arbeit mit den Tieren ist für die ganze Familie aufwendig, besonders bei den jungen Vögeln. „Es ist kein Hobby, dass man mal einfach so in die Ecke stellt“, so Stirken. Wenn die Familie verreisen will, kümmern sich die Großeltern, die im Stockwerk drüber wohnen, um die Tiere. „Opa ist ja auch Vogelzüchter gewesen und weiß, worauf er achten muss“, sagt Ben.

Jeden Tag verbringen er und sein Vater mindestens eine Stunde mit den Tieren, pflegen und füttern sie. In der Garage werden alle Vogelarten getrennt voneinander in Zuchtboxen gehalten: Somit teilen sich die Farbwellensittiche, die Farbkanarien und die Irish-Fancy-Kanarienvögel jeweils einen Käfig. „Wenn zwei Vögel miteinander schnäbeln, ist das meistens ein Zeichen dafür, dass sich ein Pärchen gefunden hat“, erklärt Stirken.

Manchmal entscheiden er oder Ben aber auch, welche Vögel sie miteinander paaren wollen. „Da muss man dann ein Auge dafür haben, welche gut zusammen passen würden“, sagt Thomas Stirken. Es könne aber durchaus auch passieren, dass eine Paarung nicht funktioniere. „Dann hackt auch mal einer auf den anderen ein“, so der Vogelzüchter. Daher müssen Ben und sein Vater die Vögel immer gut beobachten und bei entsprechenden Zeichen rechtzeitig einschreiten.

Ist jedoch eine passende Paarung gefunden und die beiden Tiere sind ein Paar, wird ein hölzerner Nistkasten an die Zuchtbox gehangen. In der Regel setze der Bruttrieb bei den Tieren im Frühjahr ein. In dem Nistkasten haben die Weibchen dann die Möglichkeit, Eier zu legen und zu brüten. „Dann werden im Rhythmus von etwa zwei Tagen zwischen sechs und acht Eier gelegt“, so Bens Vater. Nach 21 Tagen schlüpfe das erste Jungtier. „Und nach 27 Tagen können die Vögel dann aus dem Nistkasten heraus.“ Normal werden die Vögel zwischen fünf und sechs Jahre alt.

Wie die Stirkens ihre Tiere bekommen, ist unterschiedlich. „Es gibt Börsen, auf denen man die Vögel kaufen und wiederverkaufen kann“, erklärt Ben. Im Schnitt zahlt sein Vater zwischen 20 und 25 Euro für einen Vogel. Doch auch von anderen Züchtern haben die Stirkens schon Vögel gekauft.

Mit einem Aluminiumring, der jedem Vogel ums Bein gebunden wird, können die Stirkens die Vögel auseinander halten. Auf dem Ring findet sich einmal die Nummer, die jeder Züchter besitzt, der Jahrgang des Vogels und die Nummer des Tieres innerhalb der eigenen Zucht. „Das gilt dann auch als Zuchtnachweis bei einer Ausstellung“, erklärt Stirken.

Zum tierischen Haushalt der Familie zählen außerdem noch eine Schildkröte und ein Hund. Doch die Vögel sind Bens großes Hobby. Bereits 2018 wurde er mit seiner Zucht Landesjugendmeister, 2019 gewann er die Stadtjugendmeisterschaft. Vater und Sohn sind Mitglieder bei den Vogelfreunden Willich, die regelmäßig in Kaarst ausstellen.

Thomas Stirken ist froh, dass er seine Leidenschaft an seinen Sohn, der außerdem gerne Fußball spielt und als Pfadfinder aktiv ist, weitergeben konnte. In vielen Vogelzüchter-Vereinen herrschen dagegen Nachwuchssorgen. „Das Hobby stirbt langsam aus“, bestätigt Stirken. Früher habe es richtige Jugendgruppen gegeben, inzwischen liege es an den alteingesessenen Züchtern, das Hobby an seinen Nachwuchs weiterzugeben

Von Bens Freunden und Schulkameraden aus der Grundschule hat niemand so viel Interesse an den Vögeln wie er, erzählt sein Vater. „Sie kommen schon mal vorbei zum Schauen, aber hauptsächlich dann, wenn die Vögel noch jung sind“, sagt Thomas Stirken. Bens Faszination an den Vögeln scheint jedoch ungebrochen. Gerade plant er, welche seiner Vögel er als nächstes zusammenbringen kann, um weiteren Nachwuchs zu züchten.