Beim Meerbuscher Kostümverleih Krouß können sich Narren einkleiden

Hubertine Krouß : Mehr als 300 Kostüme im Verleih

Im vergangenen Jahr hat Hubertine Krouß eine Pause gemacht. Nun können sich die Narren dort wieder einkleiden.

Wenn et Trömmelche jeht, dann ist Hubertine Krouß jeck. „Ich kann einfach nicht anders“, sagt die 73-Jährige. „So oft habe ich schon gesagt: Diesmal bleibe ich zuhause. Aber wenn die Musik kommt, dann muss ich los!“ Die Lank-Latumerin liebt den Karneval, und sie liebt das Verkleiden. Mit ein Grund, warum sie vor mehr als zehn Jahren ihren Kostümverleih gegründet hat. „Aber eigentlich“, sagt sie, „wusste ich einfach nicht mehr, wohin mit all den Kostümen.“

Junge Mädchen mögen Glitzer und knappe Pailletten-Oberteile. Foto: Verena Bretz

Denn seit 33 Jahren veranstalten die Taubenfrauen – dort ist Hubertine Krouß Mitglied – ihren Karnevalsnachmittag. „Mittlerweile machen wir sogar zwei Sitzungen“, erzählt sie. „Da haben wir natürlich Kostüme für uns gekauft oder Kleidung für die Tanzgruppen.“ So hätten sich allmählich jede Menge Karnevalsklamotten und Zubehör angesammelt. Chinesen, Pippi Langstrumpf, Piraten, Indianer, Schotten, aber auch Trachten fürs Oktoberfest und ausgefallene Kostüme wie Früchte oder Vögel hat sie im Sortiment, das sie auch mit Einkäufen im Großhandel auffüllt. Nur Halloween-Kostüme, die kommen ihr nicht ins Haus.

Hubertine Krouß hat auch jede Menge Accessoires im Angebot. Foto: Verena Bretz

„Angefangen habe ich mit etwa 40 Kostümen, jetzt sind es bestimmt 300.“ Die Sachen lagert die Seniorin ordentlich sortiert in Kisten im Keller. Zum Jahresanfang werden sie dann rausgeholt und in den Partyräumen der Eheleute Krouß präsentiert. „Ich sortiere nach Kostümart, nicht nach Größe oder Geschlecht.“ Umkleidekabine, Spiegel und ein Heizöfchen gibt es auch, und natürlich läuft Karnevalsmusik. „Mir macht das einfach Spaß, ich habe früher im Einzelhandel gearbeitet“, erzählt sie. „Aber Geld verdienen kann ich mit dem Verleih nicht.“

Im vergangenen Jahr hat Hubertine Krouß ihren Verleih ausnahmsweise nicht geöffnet. „Ich habe eine Pause gemacht.“ Deshalb freuen sich die Stammkunden nun umso mehr, dass sie ihr Lager in dieser Session wieder öffnet. „Die Kunden kommen aus Meerbusch, aber auch aus Willich, Krefeld, Düsseldorf und sogar Köln“, sagt sie. Oft sind es Gruppen, die sich im Verleih ausstatten. Die Kostüme dürfen sie dann gegen eine kleine Gebühr bis zwei Wochen nach Karneval behalten, bevor sie diese ungewaschen (die Reinigung übernimmt Hubertine Krouß lieber selbst), aber heil wieder abgeben. „Das basiert alles auf Vertrauen“, sagt die Chefin. „In seltenen Fällen geht das aber auch mal schief.“

Wer in den Kostümverleih in der Wasserstadt kommt, kann sich auch immer auf eine gute Beratung verlassen. Motto Queen Elizabeth? Dann holt Hubertine Krouß das stahlblaue Königinnenkleid hervor. Mittelalter? Da passt das Magdkleid, das tatsächlich schon viele Jahrzehnte alt ist. Und wenn – so wie neulich – die Mutter mit ihrer Teenie-Tochter kommt, und das Mädchen unbedingt das bauchfreie Paillettenoberteil leihen will, dann packt die fünffache Großmutter der jungen Kundin einfach die Fellweste obendrauf. Überhaupt: Fell. „Die weiten Plüschkostüme sind toll für den Umzug. Für eine Sitzung kann man aber auch schon mal das luftige, feine Prinzessinnen- oder Flamenco-Kostüm anziehen.“ Und wie sieht die weitere Session für Hubertine Krouß aus? Mit ihrer anderen Gruppe, den Taubenfreunden, wird sie in diesem Jahr im Zug in Stratum mit einem Wagen zum Thema Antarktis mitlaufen. „Wir gehen mit zehn Leuten als Pinguine.“