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Beate Brüggen leitet in Meerbusch die Kunstschule Malreich

Bildung in Meerbusch : Im Malreich ist die Fantasie grenzenlos

Rund 70 Malschüler lernen in der Kunstschule von Beate Brüggen unterschiedliche Techniken. Sie inspirieren sich dabei gegenseitig und können eigene Ideen entwickeln.

Vor 18 Jahren, im Mai 2003, öffneten sich zum ersten Mal die Türen der Kunstschule „malreich“. „Damit ist ein lang gehegter Traum in Erfüllung gegangen“, freut sich Beate Brüggen noch heute.

Bereits während ihrer Studienzeit an der Hochschule Wuppertal stand für die heutige Diplom-Grafik-Designerin (Jahrgang 1962) fest: „Ich wollte nicht in die Werbung, sondern ich wollte mich mit klassischem Grafik-Design auseinandersetzen.“ Trotzdem sammelte sie in der Werbung Erfahrung, zehn Jahre in der Düsseldorfer Marketingagentur BBDO und zwei Jahre in Berlin: „Ich wusste immer, dass ich das nicht für ewig machen würde.“

Beate Brüggen verfolgte die Idee, eine Kunstschule zu eröffnen und übte – zurück in Düsseldorf – Kurse zu geben: „Dabei ging mein Herz auf. Ich hatte meine Berufung gefunden, alles erschien leicht, auch wenn ich den Umweg über die Werbung genommen hatte.“ Ihre „gute Freundin“, die Meerbuscher Künstlerin Beate Dohmen, fand im Jahr 2003 das leerstehende Ladenlokal an der Mathias-von-Hallberg-Straße in Lank-Latum. Beate Brüggen sagt: „Dafür bin ich ihr sehr dankbar, das ist auch heute noch ein großartiger Standort.“ Dort, in den hellen Räumen, ist nicht nur die Betreiberin der Kunstschule glücklich – sie sorgt auch dafür, dass die Kinder glücklich sind und ohne den üblichen Druck unterschiedliche Techniken erlernen und Freude an der kreativen Arbeit haben.

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Denn im „malreich“ wird nicht nur mit Aquarell, Tusche und Graphit sowie mit Kohle und Feder auf Leinwand oder Papier gemalt: „Wir fertigen auch Druckgrafiken an, wir gestalten Plastiken mit Modelliermasse, aus Pappmaché und Draht. Wir lassen Skulpturen aus Speckstein, Gips und Holz entstehen“, so die Lehrerin. Beispiele dafür sind aktuell im „malreich“ zu sehen. In dem Projekt „Verzauberte Stühle“ sind aus kunstvoll mit Papier umwickelten Hockern Elefanten, Schildkröten und Giraffen entstanden.

Die rund 70 die Kurse besuchenden Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen vier und 19 Jahren schwärmen häufig bei Freunden: „Du musst unbedingt ins Malreich – dort kannst du machen, was du willst.“ Beate Brüggen freut sich darüber: „Solange sie schöne Ideen haben, unterstütze ich sie dabei gern. Sie sollen hier dazulernen, ganz neue Dinge. Meine Vorschläge sind immer nur Anregungen. Die Kinder inspirieren sich gegenseitig.“

So wundert es nicht, dass Malschüler, die bereits ab dem vierten Lebensjahr an Kursen teilnehmen, bis zum Abitur oder Studienbeginn dem „malreich“ treu bleiben. Aber auch Erwachsene sind mit Begeisterung dabei: „Sie haben viel Freude.“

Zurzeit – in der Corona-Krise – wechseln die Kurse immer wieder zwischen Präsenz- und Online-Unterricht. Die Zusammenkünfte vor Ort wurden verkleinert, mehr als fünf Kinder dürfen es nicht sein: „Die Kinder waren total glücklich, als sie nach der Schließung wieder kommen durften.“ Zwischendurch hat Beate Brüggen das Material für die kreativen Arbeiten ins Zuhause der Kurs-Teilnehmer gebracht. Sie weiß, dass die digitale Form besonders für die Jüngsten eine enorme Herausforderung ist, dankt auch den Eltern, die sich solidarisch zeigen: „Alle möchten, dass es auch nach Corona im Malreich weitergeht.“ Neue Wochenend- und Ferienkurse sind bereits geplant. „Notfalls muss ich sie wieder absagen“, erklärt Beate Brüggen.

Sie freut sich jetzt schon auf die Ausstellung 2023 zum 20-jährigen Bestehen im Alten Güterbahnhof in Osterath: „Dort wollen wir dann aktuelle Arbeiten der Schüler zeigen.“ Einem ihrer Förderer dankt sie besonders: „Ohne meinen Ehemann Peter wäre das alles nicht möglich. Er hat immer an mich geglaubt.“

Info Das aktuelle Programm findet sich auf der Website www.malreich.de.