Baustelle auf der A 57 bei Meerbusch ruht - im Oktober geht es weiter.

Autobahnkreuz Meerbusch : Im Oktober soll es weitergehen mit dem Ausbau der A 57

Die Baustelle war plötzlich verwaist. Anwohner vermuteten, das Geld sei ausgegangen. Straßen.NRW nennt „verwaltungstechnische Probleme“ als Grund.

Da staunten einige Bösinghovener nicht schlecht: Erst am 29. April war feierlich der erste Spatenstich zum sechsspurigen Ausbau der A57 zwischen dem Autobahnkreuz Meerbusch und Krefeld-Oppum gemacht worden. Selbst NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst war dabei. Und nun war die Baustelle plötzlich verwaist. „Kein Arbeiter mehr da, kein Baugerät, keine Schilder – alles weg“, erzählte ein Anwohner. Eine Spur sei gemacht worden, aber dann war Schluss. Im Dorf, so berichtete er weiter, werde gemunkelt, das Geld sei ausgegangen. Angeblich gebe es sogar neue Ausschreibungen für das 4,1 Kilometer lange Teilstück, das bis zum Ende des Jahres 2021 erweitert werden soll.

Auf Nachfrage erklärt Christoph Jansen, Niederlassungsleiter Straßen.NRW: „An den Gerüchten ist nichts dran. Die erste Baustelle wurde planmäßig beendet.“ Allerdings habe sich im Zeitplan für die Folgebaustelle etwas verzögert. „Wir hatten Probleme, die Unterlagen für die nächste Vergabe aufzubereiten.“

Hintergrund: Weil die nächste Vergabe über der Schwelle von fünf Millionen Euro liegt, muss das Projekt zuvor in den sogenannten Straßenbauplan eingestellt werden. Dafür muss Straßen.NRW die Unterlagen an das Bundesverkehrsministerium schicken. Das sei jedoch eine reine Formsache, erklärt der Sprecher. „Wir hatten dabei aber verwaltungstechnische Probleme.“

Nun sei die Maßnahme im Straßenbauplan aufgenommen, und Straßen.NRW sei jetzt in der Vergabephase für den zweiten Vertrag, sagt Jansen. Die Vergabe soll noch im August erfolgen, dann geht es im Oktober weiter auf der verlassenen Baustelle bei Bösinghoven.

Folgende Arbeiten stehen im Oktober an: Der Bau einer Lärmschutzwand mit dahinter liegendem Wirtschaftsweg, Archäologie und der Bau eines Entwässerungsbeckens. Ab Ende des Jahres soll es dann mit Brückenbauarbeiten und im Anschluss mit dem Straßenbau weitergehen.

Christoph Jansen erklärt: „In der ersten Vergabe, die nun planmäßig erledigt wurde, ging es noch nicht darum, eine Spur zu bauen. Sondern die Arbeiter waren ausschließlich dafür beauftragt, den Standstreifen zu ertüchtigen und zu erweitern.“

Mehr von RP ONLINE