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Meerbusch: Baum soll für Parkplatz fallen

Meerbusch : Baum soll für Parkplatz fallen

Am Deutschen Eck plant die Stadt einen öffentlichen Parkplatz mit 25 Stellplätzen. Im Herbst ist Baubeginn. Zwar ist noch unklar, wie der Platz an die Düsseldorfer Straße angebunden sein wird. Eine alte Platane soll dennoch weichen.

Nachdem die Stadt den Streit um Grundstücksgrenzen mit Anwohnern vor wenigen Monaten beilegen konnte, droht neuer Ärger bei der Umsetzung eines seit Jahren geplanten Parkplatzes an der Düsseldorfer Straße. Gegenüber des Vitalzentrums, wenige Gehminuten vom Deutschen Eck entfernt, will die Stadt eine haushohe Platane fällen lassen. Der Baum müsse zwar nicht für den Bau, aber für den Betrieb des Parkplatzes weichen, sagte Wolfgang Trapp, Leiter des städtischen Fachbereichs Straßen und Kanäle, auf RP-Anfrage.

Montagmorgen: Ein Arbeiter vermisst das Gelände des Parkplatzes. Foto: Röse

Beim Umweltschutzbund BUND sieht man das kritisch: Andrea Blaum, Vorsitzende der Ortsgruppe Meerbusch, wünscht sich eine Lösung, bei der die Platane stehenbleiben kann. Sie verstehe nicht, warum die Stadt bereits mit Sicherheit sagen könne, dass der Baum gefällt werden müsse, obwohl noch gar nicht klar sei, wie der Parkplatz an die Düsseldorfer Straße angebunden sein wird, sagte sie gestern.

Denn tatsächlich äußert sich die Stadt bisher sehr vage über die geplanten Zufahrten zum neuen Parkplatz. Klar ist, dass die Fläche für Autos lediglich von der Düsseldorfer Straße aus befahrbar sein wird. Ob aber das Grundstück, auf dem einst ein Gebäude mit der Hausnummer 96 gestanden hatte, nur vom Verkehr mit Fahrtrichtung Mauritiuskirche erreichbar sein wird, oder auch für Autos, die Richtung Deutsches Eck fahren, soll erst in der Bauphase geprüft werden, sagte Wolfgang Trapp.

BUND: Zufahrt schmaler machen

Blaum argumentiert: Bleibe es bei einer einseitigen Zufahrt zum Parkplatz, könne die doch schmal genug gebaut werden, um die mittig vor dem Grundstück stehende Platane zu verschonen. Rechtlich ist das Fällen des Baumes bei einer solchen Baumaßnahme unbedenklich, versicherte Trapp gestern. Man wolle lediglich die Vogelschutzzeiten abwarten, weshalb der Baubeginn auf den Herbst gelegt worden ist.

Aktuell kommt aber bereits Bewegung in die Umsetzung des Parkplatzes. Gestern waren Arbeiter damit beschäftigt, das Grundstück genau zu vermessen. Denn noch in den Ferien soll der Bau des Parkplatzes ausgeschrieben werden. Rund 270 000 Euro will sich die Stadt den öffentlichen Parkplatz mit insgesamt 25 Stellplätzen voraussichtlich kosten lassen — der bisher wohl teuerste Parkplatz in Meerbusch.

Günstige Wohnungen nötiger

Für Wolfgang Müller, der für die Partei Zentrum im Rat sitzt, ist das vergeudetes Geld. Anstatt einen Parkplatz zu bauen, solle lieber über ein Mehrfamilienhaus mit günstigen Wohnungen nachgedacht werden, sagte er gestern. Das habe Meerbusch deutlich nötiger.

Andrea Blaum vom BUND will nun die Situation vor Ort noch einmal genau prüfen und versuchen, auf die Stadt einzuwirken. "Ich habe zwar von den Plänen gewusst, dass der Baum gefällt werden soll. Trotzdem will ich die Hoffnung nicht aufgeben, die Platane retten zu können", sagte sie.

(RP)