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Meerbusch: Bauhof wird Wohnquartier

Meerbusch : Bauhof wird Wohnquartier

Die staubige Brachfläche an der Moerser Straße soll mit rund 30 Wohnungen bebaut werden. Die Verwaltung zeigte im Planungsausschuss einen "Vor-Vor-Entwurf". Ein Abwasserkanal könnte noch zum Problem werden.

Bei der Planung für das Gelände des alten Bauhofs drückt die Stadt aufs Tempo. Wenige Monate nach dem Abriss legte die Verwaltung im Planungsausschuss einen "Vor-Vor-Entwurf" vor. Dieser zeigt, wie die Bebauung der etwa 13 000 Quadratmeter großen Büdericher Fläche mit etwa 30 Wohneinheiten und die Verkehrsführung aussehen könnte.

"Der Plan ist aber noch nicht mit den Fachämtern abgestimmt", unterstrich Stadtplaner Ulrich Hüchtebrock das frühe Stadium des Entwurfs. Einer Anfrage, die im Ausschuss öffentlich gezeigte Skizze abzudrucken, erteilte die Stadt eine Absage. Eine abgestimmte Planung soll Ende September vorliegen. Nach marktüblichen Preisen könnte die klamme Stadt durch den Verkauf der Grundstücke auf einen Erlös von rund fünf Millionen Euro hoffen.

Geplant ist ein Wohnquartier mit drei Zonen: Direkt an der Moerser Straße sollen dreistöckige (plus eventuell ein Staffelgeschoss), langgezogene Baukörper entstehen. Besonderheit: Sie sollen nicht streng rechteckig werden, sondern auch schräge Eckwohnungen enthalten, die das Licht besser ausnutzen. "Winkel nach Süden", wie Hüchtebrock sich ausdrückt.

Diese Gebäude wirken auch als Schallschutz für ein dahinter liegendes Areal mit Ein- und Zweifamilienhäusern. Im südöstlichen Teil des Gebiets (zur Straße Am Pützhof hin) sind außerdem drei- bis vierstöckige Mehrfamilienhäuser geplant. Der Verkehr soll über eine Erschließungsstraße, etwa in Höhe der ehemaligen Bauhof-Einfahrt, geführt werden. Zwei andere, heute noch benutzbare Zufahrten, könnten geschlossen werden. Unter dem Gelände verläuft ein verrohrter Bach. Die Stadtverwaltung denkt darüber nach ihn nahe der Moerser Straße kanalisiert offen zu legen.

Zu einem Problem könnte noch ein etwa zwei Meter breiter Abwasserkanal werden, dessen Bau unter dem Gelände "im Gespräch ist" (Hüchtebrock). Ein Kanal dieser Größenordnung hätte erhebliche Auswirkungen auf die Bauweise. Matthias Unzeitig, Abteilungsleiter Tiefbau und Entwässerung bei der Stadtverwaltung, informierte im Anschluss allerdings, dass der Kanal auch kleiner gebaut werden könne.

In der Politik nahm man die frühe Information durch die Verwaltung äußerst positiv auf. CDU-Chef Werner Damblon begrüßte das Signal der Stadt, dass es jetzt losgehe. Er brachte die Möglichkeit ins Gespräch, dass die Stadt das Gebiet nicht selbst weiterentwickeln, sondern einen Partner in Boot holen könnte: "Das ist ein echtes Filetstück. Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir einen Investor an die komplette Fläche heranlassen".

(RP)