Bauer in Osterath speichert seinen Strom

Energiewende in der Landwirtschaft : Solarstrom fürs Gemüsekühlhaus

Auf dem Frenkenhof in Osterath wird der komplette Strom mit Sonnenenergie erzeugt und mit leistungsstarken Batterien gespeichert.

Es ist ein schwieriger Sommer für die deutschen Landwirte. Sie kämpfen gegen Hitze und Trockenheit. So auch Markus Frenken, der in Osterath in der vierten Generation Landwirtschaft betreibt. Seine Spezialität ist der Spargelanbau. Dieser hatte zwar dieses Jahr gute Verkaufszahlen. „Doch im nächsten Jahr wird der Ertrag viel geringer ausfallen, weil die Pflanzen bereits jetzt zwei Triebe abgeworfen haben, um zu überleben“, erklärt der Landwirt. Deshalb heiße es jetzt: Wässern, wässern.

Da kommt ihm eine Investition gelegen, die er Anfang 2018 getätigt hat. „Ich erzeuge meinen kompletten Strom mit einer Photovoltaikanlage, den ich mit Hilfe von vier modernen Batteriespeichern über 24 Stunden verteilen kann“, sagt er. Tagsüber, wenn die Sonne scheint, laden sich die Stromspeicher komplett auf. Der Vorrat reicht bis zum nächsten Morgen. „Sehen Sie, jetzt sind sie schon zu 85 Prozent voll“, erklärt Frenken, als er um die Mittagszeit die vier silberfarbenen Gehäuse, die fast wie altmodische Tanksäulen aussehen, vorzeigt. Es handelt sich um „Crystal Tower Stromspeicher“, die von der Firma Powertrust aus Bremen entwickelt wurden.

Insgesamt können sie 86,4 Kilowattstunden speichern. „Wir stellen seit Jahren intelligente Stromspeicher her, die wegen ihrer besonderen Akkutechnik gefahrlos in Stall,  Scheune oder Fahrzeughalle betrieben werden können. Die eingesetzten Blei-Crystal-Akkus sind nicht brennbar und explosionssicher“, erklärt Pressesprecher Mike Heger. „Außerdem sind meine neuen Arbeitskollegen vollkommen ruhig und erzeugen kein Geräusch“, sagt Franken lächelnd. Er kann nicht nur die drei Haushalte auf dem Frenkenhof, sondern den kompletten Strom seines landwirtschaftlichen Betriebs mit den umweltfreundlichen Stromspeichern decken. Neben den Pumpen für die  Wässerung der Felder braucht insbesondere sein Kühlhaus viel Strom.

Wenn die Spargelsaison vorbei ist, erntet Markus Frenken auf seinen Feldern andere Gemüsesorten wie Blumenkohl und Sellerie. Diese kommen eine Nacht in das Kühlhaus und werden auf zwei Grad runtergekühlt, ehe sie an den Großhandel verkauft werden können. „Wenn wir beispielsweise Blumenkohl vom Feld holen, ist er im Sommer weit über 25 Grad warm und gummiartig. Knackig wird er erst im Kühlhaus“, sagt der Landwirt. Außerdem werden Maschinen wie die Selleriewaschmaschine oder der Spargelschäler mit Strom betrieben. Mit der Stromrechnung vom externen Anbieter und möglichen Nachzahlungen war das ein immer teurer werdendes Geschäft. Jetzt kann er verlässlicher planen. In acht bis zehn Jahren werde sich seine Investition amortisiert haben, habe man ihm versprochen.

Waghalsig sei das dennoch gewesen, räumt er ein. Nicht jedes Jahr werde er so viel grünen Strom wie in diesem Sommer erzeugen. Andererseits ist er nun autark und hat Strom, auch wenn es einen Stromausfall gibt. Demnächst werde es sogar elektrisch betriebene Traktoren geben, sagt die Firma aus Bremen, die mit Hochdruck an der „E-Mobility auf der Scholle“ arbeitet.