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Meerbusch: Banken-Fusion geplatzt

Meerbusch : Banken-Fusion geplatzt

Der Aufsichtsrat der Volksbank Meerbusch hat die für 2013 geplante Fusion mit der Raiffeisenbank Grevenbroich überraschend gestoppt. Über die Gründe wird in Grevenbroich gerätselt.

Der Aufsichtsrat der Volksbank Meerbusch hat in Sachen Fusion überraschend die Notbremse gezogen. Die bereits für 2013 geplante Zusammenlegung der Volksbank mit der Raiffeisenbank Grevenbroich wird es vorerst nicht geben.

Die Volksbank Meerbusch ( Foto: die Filiale Büderich) will nun doch nicht mit der Raiffeiesenbank Grevenbroich (Bild unten) fusionieren. Fotos: Reuter/BSS

Der Aufsichtsrat hat "nach intensiver Diskussion" einstimmig beschlossen, die Fusions-Überlegungen nicht weiter fortzusetzen. Stattdessen soll die enge Kooperation der Banken weitergeführt werden. Per E-Mail wurden die 62 Volksbank-Mitarbeiter informiert. Die Raiffeisenbank wurde von der Entscheidung überrascht. "Bei uns herrscht Katerstimmung. Das muss sich erst mal setzen", sagte ihr Vorstandssprecher Friedhelm Franken. Gründe für die Absage habe die Volksbank dem Grevenbroicher Vorstand bislang nicht genannt.

Offenbar gab es von Seiten des Meerbuscher Vorstands Bedenken gegen das Zusammengehen mit dem größeren Partner. Darauf deutet die E-Mail des Aufsichtsrats, der erklärt, er habe sich mit der Entscheidung "hinter die Vorstände und Mitarbeiter der Bank gestellt und ein klares Signal für die Eigenständigkeit der Volksbank Meerbusch gesetzt".

In den Führungsgremien beider Banken hatte es seit Jahren Fusions-Gedankenspiele gegeben. Entstanden wäre eine Doppelbank mit 40 000 Kunden. Im Mai hatte Volksbank-Vorstand Carsten Graaf die Überlegungen gegenüber der RP bestätigt. Im Juni sollten externe Experten anhand der Daten beider Banken offene Fragen klären. Für Juli waren Gespräche mit dem Ziel geplant, als gemeinsames Unternehmen genossenschaftliche Finanzdienstleistungen vor Ort anzubieten. Arbeitsplätze und Filialen sollten bestehen bleiben.

Nach grünem Licht durch die beiden Aufsichtsräte hätten die Vertreterversammlungen der Banken dem Zusammengehen zustimmen müssen. Doch so weit kommt es nun erstmal nicht.

Mit der knapp 100 Mitarbeiter starken Raiffeisenbank Grevenbroich (Eigenkapital 2011: 32 Millionen Euro) kooperieren die Meerbuscher Volksbanker (62 Mitarbeiter, Eigenkapital: 27 Millionen Euro) schon seit Jahren, tauschen beispielsweise Personal aus. Volksbank-Vorstandschef Carsten Graaf kennt die Chefs der Grevenbroicher Volksbank seit seiner Ausbildung — entsprechend kurz ist der Draht zwischen den Geldhäusern.

Hintergrund der geplanten Fusion war, dass die Gesetzgeber in Berlin und Brüssel auch den kleinen Geldinstituten immer mehr administrative Aufgaben übertragen, etwa durch das Geldwäschegesetz oder das Basel-III-Reformpaket. Carsten Graaf im Mai 2012: "Das stellt die Banken vor Probleme. Wir müssen uns überlegen: Wie kriegen wir das alles geleistet — vor allem personell." Frage des Tages

(RP/rl)