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Meerbusch: Bahnlärm: Minister raubt Hoffnung

Meerbusch : Bahnlärm: Minister raubt Hoffnung

Die Meerbuscher Bürgerinitiative "Stoppt den Bahnlärm" ist gut ein halbes Jahr aktiv. In dieser Zeit ist es den Betroffenen um den Sprecher Karsten Hashimoto gelungen, das Thema in die politischen Gremien zu tragen. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hat inzwischen unter anderem Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer mit der Bitte angeschrieben, die bisherigen Prioritäten hinsichtlich der Lärmsanierung zu überprüfen. Petrauschke berichtet dem Minister von "massiven Beschwerden aus der Bürgerschaft". Von dort werde angeführt, dass sich durch die Kooperation der Häfen Krefeld und Düsseldorf-Neuss das Güteraufkommen auf der Schienenstrecke durch Osterath und Bösinghoven erhöht habe. Eine Lärmsanierung an den Ortsdurchfahrten wäre sehr zu begrüßen, erklärte der Landrat.

Die Antwort kam prompt: Zuerst würden die Streckenabschnitte saniert, wo der Lärmschutz eine hohe Leistung entfalte und besonders viele Menschen betroffen seien, informierte Ministerialdirektor Micheal Harting. Jährlich stelle der Bund rund 100 Millionen Euro für dieses Programm zur Verfügung. Deutschlandweit würden im Moment etwa 1000 Ortsdurchfahrten bearbeitet, für weitere 2500 scheine eine Lärmsanierung ebenfalls geboten, ergänzt Harting.

Da Meerbusch in der Prioritätenliste weit hinten angesiedelt ist, sei nach derzeitigem Stand erst langfristig mit einer Planung und Realisierung von Lärmsanierungsmaßnahmen zu rechnen. "Zunächst werden Streckenabschnitte mit deutlich höherer Lärmbelastung saniert."

Bahnsprecher Udo Kampschulte rechnet damit, dass die Arbeiten in Osterath (betroffen sind dort 2,5 Kilometer) und Bösinghoven (900 Meter) wohl erst in frühestens zehn bis 15 Jahren beginnen können.

Die Initiative will weiter am Ball bleiben: "Güterzüge dürfen nachts nicht mit 115 Dezibel Lärm an Schlafzimmerfenstern vorbeidonnern."

(RP)