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Meerbusch: Bahnlärm in Osterath: Die Frist läuft ab

Meerbusch : Bahnlärm in Osterath: Die Frist läuft ab

Die Priorität Meerbuschs in der Liste der Bahn AG beruhe mit Sicherheit auf falschen Zahlen, behauptet die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) in Sachen Bahnlärm in Osterath.

Ursächlich für die harsche Kritik sei die Einschätzung der Bahn AG, dass der Streckenabschnitt durch Meerbusch die strengen Vorgaben für eine vorrangige Lärmkartierung nicht erfülle. Im Klartext: Durch Osterath fahren angeblich nicht genügend Züge, um den Lärmschutz mit Nachdruck voranzutreiben.

Gutachten weist 75 000 Züge aus

Das sehen die in der Bürgerinitiative Stoppt-den-Bahnlärm organisierten Betroffenen ebenso anders wie Dr. Hans Jörgens, Bahnlärmexperte beim Verkehrsclub Deutschland (VCD), und die Vertreter der UWG in Stadtrat und Kreistag. Eingebettet in eine Anfrage an die Kreisverwaltung im Ausschuss für Nahverkehr und Straßenbau, der am 22. Februar tagt, versucht die UWG nachzuweisen, dass die Grenze von 60 000 Zugbewegungen im Jahr in Osterath überschritten werde. Dazu zieht sie ein Lärmgutachten der Stadt Meerbusch für das Neubaugebiet Ostara heran. Darin sein für das Jahr 2007 von 75190 Zugbewegungen durch Osterath die Rede.

"Wenn wir diese Zahl zugrunde legen und mit offiziellen Angaben der Bahn AG wie die so genannten Tonnenkilometer in Zusammenhang bringen, dann lässt sich logisch nicht argumentieren, wie die Bahn zu der Annahme kommt, dass in Meerbusch weniger als 60 000 Zugbewegungen jährlich zustande kommen", sagt Christian Staudinger-Napp, der mit Fraktionschef Carsten Thiel die Meerbuscher Lärmproblematik einmal mehr im Rhein-Kreis Neuss vorbringt.

Die Einschätzung der Bahn, Meerbusch sei vom Bahnlärm nicht so stark betroffen, erscheine insoweit unlogisch, weil für die angrenzenden Streckenabschnitte Neuss und Krefeld bereits eine Lärmkartierung vorgenommen worden sei. Die Frist für den so genannten zweiten Kartierungsabschnitt laufe allerdings auch schon am 30. Juni dieses Jahres ab. Das Eisenbahnbundesamt als staatliche Aufsichtsbehörde habe auch Nachfrage geantwortet, die "Ergebnisse der zweiten Phase werden sukzessive in den nächsten Monaten veröffentlicht". Man dürfe gespannt sein, wie diese Zahlen ausfallen, die als Grundlage für einen von der Stadt aufzustellenden Lärmaktionsplan dienen, kommentiert die UWG die Nachricht.

Aktuelles Datenmaterial

Vom Rhein-Kreis Neuss möchten die gewählten Bürgervertreter in ihrer Anfrage unter anderem wissen, ob aufgrund der vorgetragenen Fakten davon auszugehen sei, dass der Rhein-Kreis erneut bei der Deutschen Bahn AG mit der Bitte vorstellig werde, aktuelles Datenmaterial für Meerbusch vorzulegen.

(RP)