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Meerbusch: "Bahn raubt die Nachtruhe"

Meerbusch : "Bahn raubt die Nachtruhe"

Anwohner der Gleise in Osterath wollen mit Unterstützung aus Politik und Verbänden eine Initiative für mehr Lärmschutz starten. 30 Betroffene trafen sich auf Einladung der SPD.

Osterath "Wir fordern eine Verkehrspolitik, die zeitgemäß ist", sagte Karsten Hashimoto, Vorsitzender der Bürgerinitiative "Stoppt den Bahnlärm". Zu einem Diskussionsabend mit dem gleichnamigen Titel wie die Bürgerinitiative "Stoppt den Bahnlärm" hatte der Ortsverband Osterath der SPD um Vorsitzende Kirsten Pabich in den Osterather Hof geladen.

Rund 30 Zuhörer, hauptsächlich Anwohner, die nah an den Gleisen in Osterath wohnen, nahmen an der Runde teil. Im Mittelpunkt standen der deutlich gestiegene Bahnverkehr, der sowohl tagsüber als auch nachts vorhanden sei, und der damit einhergehende Lärm.

"Nachts ist es so laut, als ob ein Güterzug alle fünf Minuten durch den Vorgarten fährt", verdeutlichte Karsten Hashimoto noch einmal das Problem. Eine zeitgemäße Verkehrspolitik in Berlin, die den gestiegenen Güterverkehr beachte, könnte für Abhilfe und Schutz der Bürger sorgen. Schon im vergangenen Jahr hatte sich die SPD Osterath das Lärmproblem auf die Fahnen geschrieben und erste Schritte unternommen.

Horst Fischer, Kreistagsabgeordneter und Vorsitzender des Nahverkehrsausschusses im Rhein-Kreis Neuss, hatte bereits Kontakt zum Bundesverkehrsministerium aufgenommen und die Situation in Osterath schriftlich geschildert.

Dabei hatte der Sozialdemokrat auch nach der Position Osteraths auf der Prioritäten-Liste zum Bau von Lärmschutzmaßnahmen der Deutschen Bahn gefragt. "Osterath steht auf Platz 43 von 151", sagte Horst Fischer. Eine Zahl, die keinen Mut machte und die Anwesenden dazu inspirierte, nach anderen Mitteln und Wegen zu suchen. "Vorstellbar ist ein Zusammenschluss von mehreren Bürgerinitiativen in der Region", regte Karsten Hashimoto an.

Neben der Osterather würde es noch Bürgerinitiativen in Duisburg, Neuss, Viersen und Krefeld geben. Würden sich diese Initiativen zusammenschließen, könnte damit eine größere Gemeinschaft entstehen. Deren Stimmgewalt wäre wesentlich größer als die einzelner Bürgerinitiativen. Vorerst bahnt sich aber eine andere Zusammenarbeit an.

Andrea Blaum, Vorsitzende des BUND Meerbusch, war ebenfalls unter den Anwesenden und stellte die Position der Umweltfreunde dar. "Wir stecken hier in einer Zwickmühle", sagte Andrea Blaum.

Zum einen befürworte der BUND Meerbusch die Tendenz, dass mehr Verkehr auf die Schiene verlegt würde, zum anderen wisse der BUND aber auch, "dass das für die Anwohner nicht so toll ist". Andrea Blaum sicherte allerdings Unterstützung zu. Der BUND Meerbusch wolle sich beim eigenen Bundesverein über die Sachlage erkundigen.

Auch Hans Joergens vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) bot seine Hilfe an. "Wir wollen als Erfolg des Abends festhalten, dass wir nun ein Netzwerk von SPD, Bürgerinitiative, BUND und VCD haben", fasste Kirsten Pabich, SPD-Vorsitzende Osterath, das Resultat des Abends zusammen.

(RP)