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Babysitterkursus in Meerbusch im Familienzentrum Fronhof

Familienzentrum Fronhof : Wo Jugendliche richtiges Babysitten lernen

In dem Kursus im Familienzentrum Fronhof standen Wickeln, Füttern und mehr auf dem Programm. Am Ende gab’s ein Zertifikat.

Ganz behutsam entkleidet Fiona ihre Babypuppe. Zusammen mit 16 weiteren Mädchen und Jungen nimmt sie an einem Babysitterkursus in Büderich im Familienzentrum Fronhof teil, an dessen Ende die Jugendlichen mit einem Zertifikat ausgezeichnet werden. Auch wenn Fiona noch nicht viel mit Babys zu tun hatte, wirkt sie sehr sicher.

„Ich habe schon zwei Jahre in der Kirche mit Kindern gearbeitet, aber die waren zwischen drei und sechs Jahre alt. Jetzt wollte ich auch mal was mit Jüngeren machen“, erzählt die 14-Jährige. „Und viele Verwandte und Bekannte erwarten gerade Kinder, da kann ich mein Wissen gut gebrauchen.“ Viele der Teilnehmer denken schon an die nahe und auch ferne Zukunft. „Wir machen demnächst ein Schulpraktikum und ich möchte dort mit Kindern arbeiten. Da macht sich so ein Kursus gut im Lebenslauf“, findet Viviane.

Einige können sich gut vorstellen in den Ferien an sozialen Projekten mit Kindern teilzunehmen. Andere spielen mit dem Gedanken nach der Schule als Au-Pair-Mädchen ins Ausland zu gehen. Fiona überlegt, als Erzieherin zu arbeiten oder Kinderärztin zu werden. „Da ist es gut, wenn man weiß, wie man Kinder beruhigt.“

In diesem Jahr nehmen sogar vier Jungen an dem Kursus teil. Das geschieht eher selten, freut Ilse Kremer, die Leiterin des Fronhofes, aber umso mehr. „Die Kurse laufen jedes Jahr sehr gut. Es ist schön, dass jetzt auch mehr männliche Teilnehmer dabei sind.“ Die Jungen haben andere Gründe, am Kursus teilzunehmen, als die Mädchen. „Die Eltern vertrauen ihre Kinder lieber Mädchen an. Wenn wir aber ein Zertifikat haben, haben wir bessere Chancen als Babysitter“, findet Nils. Vincent verbringt seine Zeit gerne mit jüngeren Kindern und wenn er damit ein wenig Geld verdienen kann, sei das auch nicht übel. So schlecht stehen die Chancen für die Jungen auch gar nicht. „Es gibt Eltern, die gezielt nach männlichen Babysittern suchen. Jungen gehen anders mit Kindern um als Mädchen. Sie sind nicht weniger verantwortungsvoll, machen aber andere Dinge, wie Fußballspielen oder wild toben“, erzählt die Sozialpädagogin Birgit Ogger, die die Kinder unterrichtet.

Im mehrstündigen Lehrgang lernen die Jugendlichen praktische Dinge, wie Wickeln, Füttern oder wie sie sich in schwierigen Situationen, etwa bei einem Wutanfall, verhalten sollen. Sie beschäftigen sich mit den Entwicklungsphasen der Kinder und ihren Rechten und Pflichten als Babysitter. Mit wichtigen Informationen zur Einschätzung von Gefahrensituationen sind sie für alle Fälle gewappnet.

Im Grunde geht es darum, dass die Jugendlichen ihre Scheu verlieren. „Die Jugendlichen sollen Respekt vor dem Umgang mit Kindern haben, aber keine Angst“, so Ogger. Und das ist der Sozialpädagogin gelungen. „Wir fühlen uns jetzt sicherer und sind nicht mehr so vorsichtig“, spricht Fiona für alle. „Und wir können Kinder besser einschätzen“, ergänzt Annika.

Am Ende des Workshops können sich die Teilnehmer in eine Kartei aufnehmen lassen, in der Eltern nach geeigneten Babysittern suchen können. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Eltern wissen, dass ihre Babysitter gut ausgebildet sind. Die Babysitter haben weniger Mühe bei der Suche nach einem Job.