Auftritt der Meerbuscher Theatergruppe St. Pankratius

Theateraufführung am Sonntag : Herdmanns stürmen den Wasserturm

Die Theatergruppe St. Pankratius zeigt am Sonntag in Lank „Hilfe, die Herdmanns kommen“. Seit 1981 gelingt es den beiden Leiterinnen Michaela Heereman und Elisabeth Jatzkowski, regelmäßig ein großes Stück einzustudieren.

Hirte Herbert soll lauter sprechen. „Ich weiß, dass du das kannst“, ermuntert Michaela Heereman den neunjährigen Caspar, der einen der Hirten spielt. Überhaupt – die Hirten: „Ihr verschlaft ständig euren Auftritt“, kritisiert die Regisseurin. Aber dann – im nächsten Anlauf – ist Hirte Herbert auf Zack und laut und deutlich zu hören: „Ich habe überhaupt kein Kostüm!“, sagt er und schaut triumphierend zu seinen Mit-Hirten.

Elisabeth Jatzkowski (l.) und Michaela Heereman leiten die Gruppe. Foto: ena

Was in der Generalprobe für das Theaterstück „Hilfe, die Herdmanns kommen“ im Pfarrzentrum von St. Pankratius in Bösinghoven noch nicht optimal lief, hat bei der Premiere am Sonntag umso besser geklappt. „Die Kirche war rappelvoll, das Ganze lief wie am Schnürchen. Alle waren voll auf Sendung, und das Publikum ist total mitgegangen“, erzählt Michaela Heereman, die das Stück gemeinsam mit Elisabeth Jatzkowski seit Februar einstudiert hat. „Hoffentlich läuft es am Sonntag im Forum Wasserturm genauso gut.“

Denn dann fallen auch dort die schrecklichen Herdmann-Kinder ein: Die lügen, klauen, prügeln sich und rauchen ständig Zigarre. Und irgendwie haben sie es auch noch geschafft, im diesjährigen Krippenspiel die Hauptrollen zu ergattern. Obwohl sie von Jesus und Co. noch nie auch nur gehört haben. Die Gemeinde ist empört! Das kann ja nur eine Katastrophe werden...

„Wir haben dieses herrlich schreckliche Stück bereits vor 20 Jahren zum ersten Mal aufgeführt“, erinnert sich Elisabeth Jatzkowski. Damals spielte Michaela Heeremans Tochter Marie die Rolle der furchtbaren Eugenia Herdmann. In diesem Jahr ist die mittlerweile 30-Jährige noch immer dabei, inzwischen als Mutter Barbara Bradley. Ihr „Ehemann“ Bob wird von Christoph Schoenauer gespielt. Der heute 35-Jährige war damals der coole Ralf Herdmann.

Die Theatergruppe St. Pankratius gibt es seit 1981. „Damals haben wir mit einem Krippenspiel angefangen, daraus ist dann die Theatergruppe entstanden“, erzählt Jatzkowski. Und obwohl die Gemeinde zu den kleinen in Meerbusch gehört, schaffen es Elisabeth Jatzkowski und Michaela Heereman nun schon seit so vielen Jahren, regelmäßig eine große Aufführung auf die Beine zu stellen. „Unser letztes Stück haben wir vor zwei Jahren aufgeführt“, sagt Heereman. In diesem Jahr besteht die Theatergruppe aus rund 25 Kindern zwischen fünf und 17 Jahren, hinzu kommen die erwachsenen „Ehemaligen“, die auch regelmäßig zu den wöchentlichen Proben erscheinen. Außerdem im Team: Christian Gesse, der für die gesamte Technik verantwortlich und somit für die Aufführungen unentbehrlich ist. Über ihn sagt Heereman: „Wir sind wahrscheinlich die einzige Laien-Theatergruppe, die einen Mathematik-Doktoranden an der Nebelmaschine sitzen hat.“ Woher das große Engagement und der Zusammenhalt kommen? „Es macht uns allen einfach so viel Spaß“, antwortet sie. „Und wir möchten damit Kirche lebendig halten.“

Apropos lebendig: Auf der Bühne prügeln sich die Herdmann-Kinder gerade mal wieder. Und Eugenia Herdmann versteckt sich auf dem Klo und zieht an ihrer Zigarre. „Das ist meine zweite Aufführung mit der Gruppe“, erzählt Lea alias Eugenia nach der Probe. „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt.“ Deshalb wird die Zehnjährige auch am Sonntag wieder ihren Glücksbringer in der Hosentasche dabei haben: einen Kleeblatt-Anhänger.