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Meerbusch: Auf den Spuren des "Albatros"

Meerbusch : Auf den Spuren des "Albatros"

Philip Lücker, 17-jähriger Schüler der Maria-Montessori-Gesamtschule in Büderich, ist eines der größten Schwimmtalente in Deutschland. Seine Paradedisziplin sind die 200 Meter Schmetterling.

Während die meisten Schüler in den nun zu Ende gegangenen Osterferien entspannten und ihre Freizeit genossen, war für Philip Lücker hartes Training angesagt. Der 17-Jährige weilte für zehn Tage in Spanien, um sich dort mit einigen Mitgliedern der SG Neuss auf die Deutschen Jugend-Schwimmmeisterschaften vorzubereiten, die vom 31. Mai bis 5. Juni in Berlin ausgetragen werden.

In seiner Paradedisziplin — den 200 Meter Schmetterling — geht Philip, der derzeit die Jahrgangsstufe elf der Maria-Montessori-Gesamtschule in Büderich besucht, durchaus als Favorit in den Wettbewerb, denn er ist amtierender Titelträger. In 2:05,47 Minuten sicherte er sich im Vorjahr den Sieg und blieb damit nur knapp drei Sekunden über dem Rekord der deutschen Schwimmlegende Michael Groß, der 1980 im gleichen Alter 2:02,55 Minuten für die gleiche Strecke gebraucht hatte.

Nicht weniger als 21 Titelgewinne bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften sammelte Groß — die meisten davon eben über 200 Meter Delfin. Kein Wunder also, dass Lücker dem "Albatros" nacheifert. "Was er geleistet hat, ist unglaublich. Natürlich träumt man auch selbst vom so einer solchen Karriere", sagt Philip.

Zumindest national muss er in seiner Altersklasse keinen Konkurrenten fürchten. Im Vorjahr kam kein anderer deutscher Schwimmer seines Alters an seine Zeit heran, und auch in diesem Jahr steht er mit 2:07,62 Minuten auf Rang zwei der Bestenliste. Beim Saisonhöhepunkt in Berlin möchte er gerne erstmals unter 2:05 Minuten bleiben. Damit dürfte ihm ein Startplatz bei den Junioren-Europameisterschaften vom 6. bis 11. Juli in Belgrad sicher sein. "Ich muss unter die ersten Zwei kommen, dann bin ich dabei", sagt Philip, der im Alter von sechs Jahren mit dem Sport begann.

Anfangs lernte er die Grundlagen aller Schwimmarten, ehe er sich ab dem zwölften Lebensjahr gezielt dem Delfinschwimmen widmete. Es gilt als die Königsdisziplin aller Schwimmstile und ist ebenso spektakulär wie ästhetisch. Gerade die 200-Meter-Distanz ist jedoch enorm kraftraubend. "Viele brechen auf dem zweiten Teil der Strecke ein. Eine gute Kondition ist sehr wichtig.

Eine saubere Technik aber ebenso, denn dadurch lassen sich ein paar Körner sparen", erklärt Philip bildhaft. Fünfmal die Woche geht er ins Becken, um zu trainieren. Dazu kommen drei weitere Einheiten im Kraftraum. Neben der Schule bleibt da kaum Zeit für andere Hobbys oder Freunde.

"Meist bin ich abends bis 20.30 Uhr unterwegs", berichtet der 17-Jährige. Rückendeckung erhält er von seinem Vater Lutz und Mutter Martina, die ihn wann immer es geht, begleiten. "Ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie mich so unterstützen", sagt Philip.

Bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles gewann Michael Groß im Alter von 20 Jahren zwei Goldmedaillen. Das wird Philip Lücker wohl nicht mehr schaffen, doch die Olympischen Spiele 2016 in Brasilien hat er fest im Visier. "Einmal bei Olympia dabei zu sein, wäre wirklich großartig", so Philip.

(RP)