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Meerbusch: Auf den Spuren der Urchristen

Meerbusch : Auf den Spuren der Urchristen

21 Meerbuscher haben auf einer Reise mit der Evangelische Kirchengemeinde Lank eine Woche lang in der Türkei biblische Orte besucht. Jetzt sind sie wieder zurück – und berichten von antiken Stätten und besonderen Menschen.

Dass sie als Pfarrerin einmal eine Gemeindereise in die Türkei unternehmen würde, hätte Heike Gabernig noch vor mehr als einem Jahr für sehr unwahrscheinlich gehalten. Doch dann berichtete ihr Bettina Furchheim von einer Begegnung mit einem christlichen Ehepaar, das sie auf einer Reise im türkischen Selçuk getroffen hatte. Das schweizerisch-türkische Paar erzählte ihr davon, was es bedeutet, in der Türkei Christ zu sein. Als Pfarrerin Heike Gabernig davon hörte, war sie so beeindruckt, dass beide gemeinsam eine Gemeindereise in die Westtürkei planten. Ihr Ziel: biblische Stätten in Kleinasien erkunden und in Kontakt mit türkischen Christen kommen.

Foto: die Meerbuscher Reisegruppe zu Besuch in Sardes. Fotos (2): Reisegruppe

Von Ephesos nach Milet

Von ihrer einwöchigen Reise unter dem Motto "Biblisches Westkleinasien" sind die 21 Teilnehmer aus Osterath, Büderich, Strümp und Lank nun zurückgekehrt. Und obwohl die Eindrücke bereits einige Tage alt sind, ist die Begeisterung bei Heike Gabernig und Bettina Furchheim ungebrochen: Mit der Gruppe besuchten sie unter anderem die Hagia Sophia in Istanbul und erkundeten bedeutende christliche Stätten an der Westküste. Wie zum Beispiel Ephesos, wo sich die Ruinen der Johannesbasilika befinden, oder Milet, wo der Apostel Paulus vor rund 2000 Jahren seine berühmte Abschiedsrede hielt. An den historischen Orten las Pfarrerin Gabernig die passenden Bibelstellen vor. "Auf diese Weise wird die biblische Geschichte tatsächlich lebendig", sagt Bettina Furchheim.

Und natürlich kam es auch zu einem Wiedersehen mit dem schweizerisch-deutschen Ehepaar. Bepackt mit europäischen Gastgeschenken wie Arabica-Kaffee, Schweizer Schokolade und italienischem Käse tauchte die Reisegruppe in Selçuk auf und ließ sich berichten, dass Christen in der Türkei mitunter starken Repressalien ausgesetzt sind. Unter anderem herrsche unter Christen Angst, dass Telefonate abgehört und Mails mitgelesen würden. "Wir haben erfahren, dass in der Türkei Mut dazugehört, wenn man Christ ist", sagt Gabernig. Die Begegnung sei rückblickend vielleicht der beeindruckendste Moment der Reise gewesen.

Konkrete Planung für eine neue Gemeindereise der evangelischen Kirchengemeinde Lank gibt es noch nicht. Zu groß ist der Aufwand, als dass in kürzeren Abständen solche Touren unternommen werden könnten. So nahm die Vorbereitung auf die Türkei-Reise ein ganzes Jahr in Anspruch. Die Erlebnisse der Reise sollen bald vorgestellt werden. "Der Plan ist, die Reise in der Veranstaltungsreihe ,Frühstücksgespräche' nächstes Jahr vorzustellen", sagt Gabernig.

(RP)