Meerbusch: Appell an Flughafen: "Um 22 Uhr muss Schluss sein"

Meerbusch : Appell an Flughafen: "Um 22 Uhr muss Schluss sein"

"Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der Nachtflüge in Düsseldorf", sagt Werner Kindsmüller vom Verein "Bürger gegen Fluglärm". Darum schreibt die Initiative an den Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) und appelliert, dass viele Meerbuscher diesen Brief mit unterstützten.

Im vergangenen Jahr, so die Lärm-Gegner, seien 11.673 Maschinen nach 22 Uhr gestartet oder hätten gelandet, in den Sommermonaten seien es alleine 7326 gewesen. Es deute alles darauf hin, dass in diesem Jahr neue Rekorde aufgestellt würden, zumal bereits in den ersten fünf Monaten des Jahres 4448 Flüge nach 22 Uhr zu verzeichnen seien, heißt es in der Mitteilung von gestern. Vor diesem Hintergrund wollen die Initiativen gegen Fluglärm die Bevölkerung aufrufen, sich der Forderung "Um 22 Uhr muss Schluss sein" anzuschließen. "Wir erwarten von Verkehrsminister Hendrik Wüst, dass er die bestehende Betriebsgenehmigung für den Flughafen Düsseldorf ändert und ein striktes Nachtflugverbot von 22 Uhr bis 6 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 7 Uhr verhängt", so Kindsmüller, Vorsitzender des Vereins Kaarster gegen Fluglärm, als Koordinator der Kampagne. Man werde in den nächsten Monaten die Bevölkerung bei Infoständen und Hausbesuchen aufrufen, diese Forderung zu unterstützen. Dazu würden Postkarten und Unterschriftenlisten eingesetzt, die nach Ende der Kampagne dem Minister übergeben werden sollen. Das Luftverkehrsgesetz, so die Initiatoren, enthalte die Bestimmung, dass auf die Nachtruhe der Bevölkerung in besonderem Maße Rücksicht zu nehmen sei. Die Praxis der vergangenen Jahre habe gezeigt, dass die bestehende Betriebsgenehmigung keinen wirksamen Schutz der Anwohner vor Fluglärm in den Nachtstunden bietet.

In einem Brief an Verkehrsminister Hendrik Wüst legen die Initiativen gegen Fluglärm dar, dass in der Stunde von 22 Uhr bis 23 Uhr die Anwohner in der jeweiligen Flugrichtung mehr Flügen ausgesetzt seien als in jeder anderen Stunde des Tages. Seit der Betriebsgenehmigung von 2005 sei die Zahl der Flugbewegungen nach 22 Uhr rapide angestiegen. "Betrug deren Zahl z.B. im Juni 2005 noch durchschnittlich 25,2 pro 2 Nacht, so ist die Frequenz auf 45,4 im Juni 2016, das heißt um 20 Flüge pro Nacht angestiegen", so Kindsmüller. "Das bedeutet für die Menschen, die in der Einflugschneise leben, 45 mal pro Nacht Störung ihrer Ruhe, des Schlafes, Beeinträchtigung ihrer Gesundheit, Störung der Entwicklung der Kinder und psychischen Stress."

Die negativen Auswirkungen nächtlicher Ruhestörung seien seit langem wissenschaftlich erforscht. Gesetzgeber und Ordnungsbehörden hätten beim Straßenverkehr oder bei Veranstaltungen nach 22 Uhr eine Lärmminderung verordnet - nicht so bei Fluglärm. Die von Nachtflügen betroffenen Menschen seien dem Lärm schutzlos ausgeliefert. Deshalb sei es an der Zeit, dass der Minister handele und dem nächtlichen Flugverkehr klare Grenzen setze, so die Initiativen.

Das nächste monatliche Treffen des Vereins "Bürger gegen Fluglärm" findet am Donnerstag, 7. Juni, um 19 Uhr im Gasthaus Krone, Moerser Straße 12, statt. Eines der Themen sind Informationen über den Stand der laufenden Klagen, insbesondere über den aktuellen Status der Verhandlungen beim OVG Münster. Außerdem wird das weitere Vorgehen zur Aufhebung des Flachstartverfahrens erörtert. Unter anderem setzt sich der Verein für die Einhaltung einer absoluten Nachtruhe ein. Alle Bürger, auch Nichtmitglieder, sind zu diesem Treffen eingeladen.

(RP)
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