1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Ansturm auf Winterreifen

Meerbusch : Ansturm auf Winterreifen

Die Verunsicherung wegen des geplanten Winterreifen-Gesetzes und die Erinnerung an den ungewöhnlich frostigen und schneereichen Jahresanfang sorgen zurzeit für einen Riesen-Andrang bei den Autowerkstätten.

Die Autowerkstätten in Meerbusch erleben im Moment einen Nachfrage-Boom nach Reifenwechsel, als ob die Stadt in Kürze von einer starker Schneefront heimgesucht wird. Hintergrund ist eine Kombination aus Unsicherheit angesichts des geplanten Winterreifen-Gesetzes und die Erinnerung an den für niederrheinische Verhältnisse ungewöhnlich harten und schneereichen Winter.

"Wir haben im Moment drei Mal so viel mit Reifenwechsel zu tun, wie sonst um diese Jahreszeit", sagt Heinz In het Panhuis vom Autohaus In het Panhuis in Osterath. Mit dem Wechsel von Reifen, beziehungsweise Rädern sind in seiner Werkstatt zurzeit drei bis vier Mitarbeiter beschäftigt. Bei Panhuis wird bei Winterreifen-Terminen momentan mit acht Tagen Vorlauf gearbeitet. Das Autohaus verfügt über acht Arbeitsbühnen, die jetzt im Dauereinsatz sind. Ähnlich sieht das Bild im Autozentrum Ostermann in Lank-Latum, wo die Reifenwechsel-Termine für die nächsten 14 Tage bereits "dicht" sind.

Probleme meist durch Lkw

"Das Telefon steht nicht still", sagt René Sajot vom gleichnamigen Reifenservice aus Bovert. Die beiden Arbeitsbühnen des Unternehmens auch nicht. Wer sich jetzt spontan für den Kauf neuer oder zum Aufziehen eingelagerter Reifen entschließt, müsse mit etwa zwei Wochen Wartezeit rechnen. Sajot begrüßt die neue Regelung. Er sieht im Augenblick einen Trend zu hochwertigen Winterreifen. Besonders wichtig wäre ihm, dass der Gesetzgeber die Plicht, wintertaugliche Reifen aufzuziehen, auch auf Lkw ausdehnen würde. Denn Probleme an glatten Steigungen würden ja meist von Lkw mit Sommerreifen verursacht.

  • Wer mit Sommerreifen fährt, riskiert Bußgeld : Winterreifen und die O-bis-O-Regel
  • Sommerreifen jetzt aufziehen
  • Service-Tipp

"Bislang gab es eine etwas schwammige Formulierung: Der Autofahrer musste mit angepasster Bereifung unterwegs sein. Winterreifen waren dabei nicht zwingend vorgeschrieben", erläutert Johannes Brester, Obermeister der Kraftfahrzeug-Innung im Rhein-Kreis: "Doch wer nach Verabschiedung der Neuregelung mit falschen Reifen unterwegs ist, dadurch einen Unfall verursacht oder für Behinderungen sorgt, der muss mit Bußgeld und Punkten in Flensburg rechnen. Bei Unfällen könnte ihn sogar eine Mitschuld treffen." Brester begrüßt die anstehende Änderung: "Endlich ist für Autofahrer, Werkstätten und Reifenhandel eine klare Linie erkennbar. Nun können wir die Kunden viel besser beraten."

Klaus-Jürgen Ruppert, Geschäftsführer des für den Kreis zuständigen ADAC-Verkehrssicherheitszentrums, meint: "Wir waren schon immer für eine Umrüstung. Winterreifen sind nicht nur bei Eis und Schnee die angemessene Bereifung, sondern auch bei geringen Plusgraden. Sie haben eine weichere Gummimischung als Sommerreifen und eine Vielzahl an Lamellen, die sich mit dem Untergrund verzahnen." Denn bei Kälte, Schnee und Eis ist der Bremsweg mit Winterreifen deutlich kürzer als mit Sommerreifen: "Es zählt jeder Meter".

(RP)