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Meerbusch: Angst vor Verkehrs-Chaos

Meerbusch : Angst vor Verkehrs-Chaos

Glaubt man FDP- und SPD-Politikern, ist die Ostara-Planung mit Frischemarkt hoch umstritten. Zur Bürgeranhörung kamen jedoch neben zehn Politikern nur knapp 30 Bürger. Sie übten vor allem Kritik an der Infrastruktur.

Die fehlende Infrastruktur und die Sorge um den Fortbestand des Handels im Osterather Ortskern waren Knackpunkte bei der Bürgeranhörung. Dazu hatte die Stadt unter dem sperrigen Titel "110. Änderung des Flächennutzungsplanes, Festlegung von Zentralen Versorgungsbereichen, Nahversorgungszentren und Siedlungsschwerpunkten" in die Realschule Osterath eingeladen. Knapp vierzig Bürger, darunter etwa zehn Politiker sowie die Betreiber von Supermärkten, hatten die Gelegenheit genutzt, Stadtplaner Ulrich Hüchtebrock zu den vier festgelegten Versorgungszentren zu befragen.

Die Fläche zur Ansiedlung eines Frischemarktes auf dem ehemaligen Ostaragelände zwischen Meerbuscher- und Strümper Straße ist in das Versorgungszentrum Osterath einbezogen. "Denn nur in diesen Zentren dürfen Einzelhandelsflächen entstehen, die mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben", erläutert der Stadtplaner. Damit solle verhindert werden, dass große Märkte auf der grünen Wiese den vorhandenen Handel in den Zentren gefährden.

Woher sollen Kunden kommen?

Dennoch: "Die Infrastruktur stimmt nicht", schimpft Jürgen Bergert. "Wo sollen geschätzte 2500 Autos pro Tag denn lang fahren?" wollte er wissen. Und wo überhaupt die vielen Kunden herkommen sollen, fragen sich die Bürger. Einen Plan B gebe es nicht, gestand Hüchtebrock ein, wies aber darauf hin, dass sich in Sachen Verkehrsführung einiges tun werde. An den Knotenpunkten würden die Straßen erweitert, sagte er. Die Befürchtung, dass das Ostara-Konzept nicht aufgehe, und die Stadt ähnlich zurück rudern müsse wie bei dem Bau der verkehrsberuhigten Zone in Osterath, wies er mit dem Hinweis auf entsprechende Gutachten zurück. Vergleiche zu Oberhausen, wo das Centro den Handel ausbluten soll, fand der Stadtplaner unpassend.

Uwe Nettersheim, der den Frischemarkt in Osterath betreiben will, wies Vermutungen zunächst zurück, einen seiner beiden vorhandenen Edeka-Märkte in Büderich für Osterath zu schließen, räumte aber ein, dass die Entwicklung abgewartet werden müsse. Peter Kotlarski, Marktleiter von Rewe Osterath, fürchtet um seine Geschäfte, wenn Edeka kommt.

Eine Lanze für den Frischemarkt wurde bei der Bürgeranhörung auch gebrochen. "Gehen Sie nach Düsseldorf-Reisholz und sehen Sie sich die Augen satt", sagte ein Bürger. Dieser Frischemarkt sei für alle Meerbuscher ein Gewinn.

Ob das alle so sehen, bleibt abzuwarten. Die Frist zur Abgabe von Einwendungen endet nach einer Woche.

(RP)