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Meerbusch: Angst um Schulkinder

Meerbusch : Angst um Schulkinder

Zahlreiche Eltern von Jungen und Mädchen aus der Martinusschule in Strümp sind besorgt: Ein älterer Mann soll versucht haben, zwei Mädchen in sein Auto zu locken.

Ein weißhaariger älterer Mann soll versucht haben, zwei kleine Mädchen in sein vermutlich rotes Auto zu locken. Die Drittklässlerinnen reagierten aber richtig und stiegen nicht zu dem Fremden ins Auto. Sie setzten den Heimweg fort und informierten — zu Hause angekommen — ihre Väter und Mütter. Die Eltern verständigten die Polizei über die Erlebnisse ihrer Kinder am Mittwoch, 12. Januar, auf der wenige hundert Meter von der Martinusschule in Strümp entfernten Dechant-Faßbender-Straße.

Bernd Hübner von der Kreispolizeibehörde Neuss bestätigte gestern, dass die Beamten den Sachverhalt "zur Kenntnis bekommen" hätten. Die Kripo ermittele. Die Angaben seien jedoch sehr vage. Die Mädchen hätten "leider den Fahrzeugtyp" nicht erkannt und auch die Angaben zur Farbe des Autos seien nicht eindeutig, sagte Hübner.

Der zuständige Bezirksbeamte sei sofort benachrichtigt worden. Er werde in seinem Aufgabengebiet "Schulwegsicherung" ein besonders Augenmerk auf verdächtige Autos und Personen in der Nähe der Schule haben, versicherte der Polizeisprecher.

Anne Weddeling-Wolf informiert die zum Teil ängstlichen Eltern mit einem Brief über die Vorfälle. "Wir haben in allen Klassen sofort mit den Kindern über richtiges Verhalten gesprochen", berichtet die Leiterin der Martinusschule. Was ist zu tun, wenn man von einem Fremden angesprochen wird?

Die Pädagogin warnt: "Es besteht kein Grund zur Panik", sagt sie. Eltern und Lehrer hätten ein Interesse daran, starke Jungen und Mädchen zu erziehen. Diesem Ziel diene auch der regelmäßige Besuch der Theater-Werkstatt mit dem Stück "Mein Körper gehört mir". Ängstliche Kinder würden leichter Opfer als starke Kinder. Und "es ist nicht sicher, ob der Mann in böser Absicht gehandelt hat, die Kinder müssen aber wissen, wie sie richtig reagieren", heißt es in dem Elternbrief. Claudia Stock, Leiterin der Offenen Ganztagsschule in Strümp, weiß um die Ängste der Mütter und Väter. "Wir werden die kommenden zwei Wochen jeweils mit einer zweiten Person am Schultor darüber wachen, wer die Kinder abholt", sagt sie.

Christian Staudinger-Napp, Vorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), hat sowohl den Landrat Hans-Jürgen Petrauschke als auch Bürgermeister Dieter Spindler angeschrieben und um Aufklärung gebeten. "Sie können sich sicherlich vorstellen, dass die Angelegenheit sich bei den besorgten Eltern sehr schnell herumgesprochen hat", so Staudinger-Napp. Von den Amtsträgern möchte er wissen, was sie im "Rahmen ihrer Fürsorgepflicht" unternommen hätten, um die Lehrer und Eltern in anderen Stadtteilen und an anderen Schulen zu informieren.

Schuldezernentin Angelika Mielke-Westerlage habe bereits mit der Polizei Kontakt aufgenommen, um sich abzustimmen, sagte Stadtsprecher Michael Gorgs gestern auf Anfrage.

(RP)