Meerbusch: Amprion plant 20 000-Quadratmeter-Halle

Meerbusch: Amprion plant 20 000-Quadratmeter-Halle

Der Netzbetreiber Amprion hat gestern bestätigt, dass er am Osterather Ingerweg die Errichtung einer doppelten Konverterstation plant. Amprion-Sprecher Marian Rappl unterstrich jedoch, dass die von Bürgern befürchteten Ausmaße der dazu nötigen Großhalle so nicht zutreffen würden.

Die gestern Abend gegründete Bürgerinitiative gegen die Konverterstation rechnet mit einer 100 000 Quadratmeter großen Halle von bis zu 30 Meter Höhe. Es wäre Meerbuschs mit weitem Abstand größtes Gebäude.

"Die Halle soll 100 mal 200 Meter groß werden, das entspricht 20 000 Quadratmetern", sagt Rappl. Gedacht sei an eine Höhe von etwa 20 Metern. Amprion wolle sich bemühen, mit den Bürgern "in einen intensiven Dialog einzutreten". Man wolle alles tun, um die Belastungen durch Lärm, elektromagnetische Strahlung und die Störung des Landschaftsbilds durch die Größe der Halle zu minimieren.

So soll das Bauwerk mehrere hundert Meter von der Wohnbebauung des Osterather Südens entfernt entstehen. Auch die Anpflanzung von Bäumen und das Aufwerfen von Hügeln vor der Halle sei möglich. Die Halle nahe der Regiobahnstrecke könnte auch farblich gestaltet werden.

Rappl bittet um Verständnis dafür, dass Amprion zurzeit noch "Zurückhaltung in der Kommunikation" übe. Schließlich müsse der überarbeitete Netzplan im November noch den Bundestag passieren und in ein Bundesbedarfsplangesetz münden. Erst dann herrscht für den Netzbetreiber Planungssicherheit.

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Amprion-Sprecher Rappl betont, dass im Knotenpunkt Osterath auch rheinischer Braunkohlestrom in die Leitung nach Süden gespeist werden soll. Das sei ausdrücklich vorgesehen. Gegner des Projekts hatten das als Widerspruch zur Idee der Energiewende kritisiert. "Es geht auch darum, die Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg sicherzustellen, wenn 2019 das Atomkraftwerk Philippsburg abgeschaltet wird", so Rappl. Andererseits solle in Osterath auch Solarstrom eingespeist werden, der dann Richtung Norden geleitet werden könne.

Der große Vorteil des Standorts Osterath sei, dass ein Großteil der für die neuen Stromleitungen nötigen Stahlmasten dort bereits stehe. Amprion sei selbstverständlich bereit, seine Pläne der neuen Bürgerinitiative vorzustellen, so Rappl. Meerbuschs Bürgermeister Dieter Spindler habe man bereits informiert.

Über die Gründung der Bürgerinitiative gegen die Konverterstation wird die RP Meerbusch in der morgigen Ausgabe berichten.

(RP/rl)