1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Am Pulsschlag des Patienten

Meerbusch : Am Pulsschlag des Patienten

Über die Frage, ob sie "Blut sehen" könne, kann Caroline Busch nur lachen: "Damit habe ich keine Probleme." Denn die 20-Jährige ist gewissermaßen vorbelastet. Beide Elternteile und auch der Großvater sind Mediziner. Als sich die Tochter und Enkelin jetzt entschloss, ebenfalls einen Arztberuf zu erlernen, war ihr also bewusst, dass sie in große Fußstapfen tritt. Trotzdem ist sie schon beim Start in die Ausbildung sicher, dass es der richtige Weg ist.

"Die Arbeit hier gefällt mir sehr gut", beschreibt Caroline ihr Praktikum im Rheinischen Rheuma-Zentrum St. Elisabeth-Hospital (RRZ). Von ihrer Begeisterung für diesen Beruf profitieren die Patienten auf der Station 1. Unaufdringlich, behutsam und freundlich kommt Caro früh morgens ins Zimmer, legt mir routiniert die Manschette des Blutdruckmessgeräts an, führt das Thermometer ins Ohr und zählt die Pulsschläge: "Ich bin gerne in der Nähe der Patienten, unterhalte mich mit ihnen oder helfe, wo es nötig ist.

" Diesen Einsatz weiß das Schwesternteam zu schätzen. "Caro lernt schnell und ist hilfsbereit", so die stellvertretende Stationsschwester Marzenna. Deshalb wird die Praktikantin mit diversen anderen Arbeiten betreut, begleitet auf Rollatoren oder Gehstützen angewiesene Patienten auf Wegen im Klinikbetrieb und darf auch Anti-Thrombosespritzen setzen. Sie ist, wie das gesamte Team, im Schichtdienst tätig. "Die Frühschicht ist mir am liebsten.

Dann habe ich noch viel vom Tag", erzählt Caroline Busch. Sie lebt mit ihrer Familie in Büderich und hat 2011 am Marienberg-Gymnasium Neuss Abitur gemacht. Die Zeit, bis ihr in Tübingen, Düsseldorf oder Frankfurt ein Studienplatz zugeteilt wird, nutzt sie, um das erforderliche dreimonatige Praktikum zu absolvieren. Dass sie die Lank-Latumer Klinik ausgewählt hat, liegt an der Empfehlung ihres Vaters: "Er hat gesagt, dass hier die Atmosphäre besonders gut ist.

" Caro kann das bestätigen: "Die Schwestern sind sehr nett und erklären mir alles, was ich wissen möchte oder muss." An einer guten Zusammenarbeit ist auch RRZ-Pflegedienstleiterin Anja Reiners interessiert: "Es ist uns ganz wichtig, die Jugend an unsere Arbeit heranzuführen." Für die Praktikantin bringt die Nähe zum Klinikbetrieb noch einen weiteren Vorteil. Sie hofft, nach den Wochen nah am Geschehen sagen zu können, in welche Richtung das Studium gehen soll.

"Vielleicht wird es Chirurgie in Verbindung mit Orthopädie", so Caroline Busch. "Aber das kann sich alles noch ändern", weiß die engagierte Praktikantin.

(RP)