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Meerbusch: Am Oberbach: Grüne setzen sich ein

Meerbusch : Am Oberbach: Grüne setzen sich ein

Die Politik solle ihre Entscheidung überdenken. Ein Gutachter ist beauftragt

Nachdem der Bauausschuss die Sanierungsmaßnahme in Langst-Kierst für rund 630 000 Euro beschlossen hat, wollen die Grünen das Thema erneut aufrollen. Den Antrag auf Vertagung hatte der Ausschuss abgelehnt. Fraktionsvorsitzender Jürgen Peters bezieht sich dabei auf die Einschätzung von Straßenbau-Experte Hartmut Beckedahl. Auf Einladung der FDP hatte der Professor der Universität Wuppertal bestätigt, "dass er aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Informationen zur Straßensanierung Am Oberbach zu deutlich anderen Einschätzungen kommt als unsere Verwaltung", heißt es im Schreiben der Grünen an die Bürgermeisterin. Beckedahl, der unter anderem im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums Gutachten erstellt, habe "sehr konkrete Aussagen getroffen, die eine andere Sanierungsvariante zulässt", schreibt Peters. "Im optimalsten Fall könnte eine neue Deckschicht von zehn Zentimetern ausreichen", sofern es bisher keine Frostschäden in der Straßendecke gegeben hat.

Und genau das soll der Professor nun klären. Denn die 29 Anwohner an der Straße Am Oberbach in Langst-Kierst haben jetzt den Professor beauftragt, ein Gutachten zu erstellen. Die Kosten dafür tragen die Anwohner selbst. "Wir sind nicht bereit, den Beschluss der Politik in dieser Form zu akzeptieren", teilt Hans-Dieter Gardeweg im Namen aller Anwohner in einem Brief an Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage mit. "Der Beschluss bedeutet Mehrkosten von weit mehr als 100 000 Euro für uns."

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Die Grünen unterstützen die Pläne der Anwohner: Sie gehen davon aus, dass die Ergebnisse von Beckedahl zu einem anderen Beschluss im Ausschuss geführt hätten. Deshalb bitten sie die Verwaltung zum einen den Professor einzuladen und anzuhören. Zum anderen haben die Grünen einen Fragenkatalog beigelegt, der schriftlich beantwortet werden soll. Etwa ob es an der Straße Am Oberbach in den vergangenen Jahren Frostschäden gegeben hat. Wenn nein, ob dann eine Deckschicht von zehn Zentimetern ausreichen würde. Und ob dann dennoch eine Haltbarkeit von 30 Jahren gegeben ist. Zudem wollen die Grünen wissen, wie viele Lkw täglich über die Straße fahren - die Anwohner gaben im Durchschnitt zwei an, die Verwaltung habe mit der 40-fach höheren Belastung gerechnet. Zumindest sei die geplante neue Straßendecke dafür geeignet.

(RP)