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Meerbusch: Alternativen zur Schließung

Meerbusch : Alternativen zur Schließung

Barbara-Gerretz-Grundschule: Die Verwaltung nennt die geplante Schließung "alternativlos". CDU-Ratsherr Franz-Josef Radmacher und die Schulkonferenz fordern dagegen, mehrere Optionen prüfen zu lassen.

Angesichts sinkender Schülerzahlen in Osterath sollte die katholische Barbara-Gerretz-Grundschule (BGS) langsam auslaufen und in einigen Jahren geschlossen werden. Das ist die Empfehlung des nichtöffentlichen Arbeitskreises Schule aus Vertretern von CDU, Grünen, SPD, FDP, Zentrum und der Stadtverwaltung. "Nach den Kriterien der Vernunft ist das Modell des Arbeitskreises alternativlos", sagt Schuldezernentin Angelika Mielke Westerlage.

Andere Optionen prüfen

Die Schulkonferenz der Barbara-Gerretz-Grundschule, die UWG und der Lank-Latumer CDU-Ratsherr Franz-Josef Radmacher wollen jedoch noch andere Optionen prüfen lassen. Doch wie könnten diese aussehen? Eine Auflistung:

Status Quo erhalten "Es besteht kein gesetzlicher Zwang zur Schulschließung jetzt", betont Radmacher. Er schlägt vor, zwei bis drei Jahre zu warten, bis die (etwa 220) Wohnungen auf dem Ostara-Gelände fertiggestellt sind. Dann könnte man erneut prüfen, ob trotz Zuzug von jungen Familien immer noch eine Schule geschlossen werden muss. Das hätte auch den Vorteil, dass in den drei weiter bestehenden Schulen kleinere Klassen gebildet werden könnten.

Gemeinschaftsschule Radmachers zweiter Vorschlag wäre, die BGS zu erhalten und daneben eine Gemeinschaftsschule mit zwei Standorten einzurichten. Das liefe auf eine Zusammenlegung von Eichendorff- und Erwin-Heerich-Schule (Bovert) hinaus, bei Erhalt der Standorte.

Zusammenlegung Der dritte Radmacher-Vorschlag wäre die Zusammenlegung von Barbara-Gerretz- und Eichendorffschule zu einer Grundschule in zwei Gebäuden. Die Boverter Grundschule bliebe ebenfalls erhalten. Für ihn wäre auch ein Gebäudetausch zwischen BGS und Eichendorffschule denkbar. Die Gerretzschule hat erfahrungsgemäß mehr Anmeldungen als die Eichendorffschule, aber weniger Platz für den Ganztag.

Ogata-Kooperation Elternvertreter schlagen vor, dass BGS und Eichendorffschule bei der kostenintensiven Offenen Ganztagsbetreuung (Ogata) stärker zusammenarbeiten könnten. Die Schulen sind nur durch die Fröbelstraße getrennt. Die Eichendorffschule verfügt über Räume und Platz zum Ausbau, die BGS hat zurzeit nur Ogata-Räume im Keller und kaum Platz zum Ausbau. Würde die Ogata in der Eichendorffschule zusammengelegt, würden in der BGS Ogata-Räume für andere Nutzung frei werden.

In der CDU zeichnet sich inzwischen offenbar die Tendenz ab, der Diskussion mehr Zeit zu geben. Nun soll wohl doch nicht mehr bereits im März abschließend über die Schließung entschieden werden.

Die FDP macht sich derweil Gedanken, was mit dem Schulgebäude nach der Schließung passieren soll — und verbindet dies mit ihrer Kritik an der Ostara-Planung. Vorschlag der Liberalen: Die Immobilie könnte als "Grundstock für eine städtebauliche Neuausrichtung des Osterather Zentrums" eingesetzt werden. Wenn man das Osterather Zentrum jedoch neu plane, sei es sinnvoll, erstmal das Ostara-Projekt auf Eis zu legen.

(RP)